"Mörderische Spurensuche"

Einen ebenso spannenden wie nachdenklichen Krimi stellte Autor Jobst Schlennstedt im Antik-Cafe`Labenz vor. 40 Gäste lauschten dem Wahl-Lübecker.

Labenz – Literaturlesungen haben ihren ganz eigenen Reiz: Einen Autor hautnah erleben, teilhaben an Gedanken und Geschichten, an Handlungsabläufen und den fiktiven Figuren (die sich manchmal auch als Mörder entpuppen) machen dem Publikum große Freude. Wenn es dann noch ein gemütliches Ambiente gibt für den Autor und die Gäste – dann ist das Glück der Krimifans vollkommen.
Schon seit vielen Jahren bietet Bettina Hansmeyer in ihrem urgemütlichen Antik-Cafe` in Labenz eine tolle Mischung aus spannender Unterhaltung und kulinarischem Verwöhnprogramm an. Bei der jüngsten Krimi-Lesung mit Autor Jobst Schlennstedt (Lübeck) kam es erneut zu einem literarischen Feuerwerk: Schlennstedt las aus  seinem neusten Werk „Lübeck im Visier“ (Emons Verlag) und die Fangemeinde lag dem charmanten Schriftsteller zu Füßen.
Die Stärke des Wahl-Lübeckers Jobst Schlennstedt ist es, in seinen Büchern starke Szenen, glaubhafte Figuren und überraschende Wendungen entstehen zu lassen. In seiner klaren, schnörkellosen Sprache gelingt es dem Autor, den Plot ebenso gradlinig wie spannden zu formen. Die schweren seelischen Nöte der Figuren gelingen ihm eindringlich und authentisch. Die Spannung seiner Romane halten sich bis zuletzt, denn die komplexen Geschichten lassen sich auch durch verschiedene, vorerst anonyme Perspektiven nur langsam entwirren. Das norddeutsche Küstenflair ist dank der Hauptschauplätze Lübeck, Travemünde und im neuen Krimi, auch das Baltikum, garantiert.
Seine Figur, der Privat-Ermittler Simon Winter, stochert – zunächst noch unwillig – in der Vergangenheit herum, denn die größte Schiffskatastrophe auf der Ostsee, die mit dem Namen der Fähre MS Estonia tragisch verknüpft ist, bildet den Rahmen für eine außerordentlich mörderische Jagd nach einem Toten, den niemand zu vermissen scheint.
In drei Leseblöcken las Schlennstedt aus seinem Roman und fädelte geschickt die spannungsreichsten Szenen auf, um dann, mit einem klassischen „Cliffhanger“, seine Lesung zu beenden. Applaus vom Publikum war ihm sicher und auch die anschließende Diskussion über seine Arbeit, beleuchtete das kreative Leben des Vielschreibers aus der Hansestadt. Wie er dem Kulturportal verriet, arbeitet der 39-Jährige an einem neuen Krimi mit Kommissar Andresen, der 2016 erscheinen wird.
Über den Autor: Jobst Schlennstedt, 1976 in Herford geboren und dort aufgewachsen, studierte Geografie an der Universität Bayreuth. Seit Anfang 2004 lebt er in Lübeck. 2006 erschien sein erster Kriminalroman. Hauptberuflich ist er als Unternehmensberater tätig. Im Emons Verlag erschienen seine Werke mit Kommissar Birger Andresen und dem Privatermittler Simon Winter.  www.jobst-schlennstedt.de