Totentanz in der Altstadt

Die Thekila-Theatergruppe der Lauenburger Kirchengemeinde führt am Buß- und Bettag das liturgische Theaterstück „Der Lübecker Totentanz“ auf. Schauplatz der mittelalterlichen Inszenierung ist die Maria-Magdalenen-Kirche in der Altstadt.

Lauenburg – Der Lübecker Totentanz war wohl ursprünglich eine Sammlung von Reimversen mit später dazu gekommenen Bildern in der Lübecker Marienkirche, im Original 30 Meter lang, fast zwei Meter hoch. Es dürfte zwischen 1463 und 1466 entstanden sein. Das bildnerische Werk wird dem Lübecker Maler Bernt Notke (um 1435 – 1509) zugeschrieben, die ursprünglichen Verse waren in mittelniederdeutscher Sprache verfasst. 1701 wurde das Fries mit zwölf Ständevertretern, denen jeweils eine Todesfigut zugeordnet war, wegen seines schlechten Zustandes renoviert. Dabei übersetzte man die sprachlich überholten und kaum noch lesbaren mittelniederdeutschen Reime durch hochdeutsche. Der zu seiner Zeit weithin berühmte Lübecker Totentanz wurde beim Luftangriff auf Lübeck 1942 vollständig zerstört.

Figuren und Dialoge der alten Darstellung lässt die Thekila-Theatergruppe am Mittwoch, 18. November 2015, ab 19.30 Uhr in der Kirche szenisch aufleben. Pastor Philipp Graffam zum Hintergrund: „Die mittelalterliche Tradition des Totentanzes in Wort, Bild und Musik führt den personifizierten Tod vor, wie er die Menschen der gesellschaftlichen Stände zu sich holt. Dabei tritt der Tod, wie zur Parodie auf das Leben, als Tänzer auf. Totentänze kamen im Zusammenhang mit der großen europäischen Pest im Jahre 1347, die vielfach groben und schnellen Tod brachte, auf. Der Totentanz gemahnt an die Sterblichkeit und ruft zur Buße, das eigene Leben zu überdenken und sich auf das Sterben vorzubereiten.“ Der Eintritt zur Vorführung ist frei.