Broschüre über Friedhöfe und Trauerkultur

Bewegendes Thema: Von Sterben, Tod, Trauer und Trost handelt eine Broschüre mit dem Titel „Friedhöfe in Ratzeburg“. Sie wurde jetzt vorgestellt und liegt in einer 10.000er Auflage für die Region bereit.

(nie) Ratzeburg – Es umfasst 16 Seiten und ist druckfrisch: Das Heft „Friedhöfe in Ratzeburg“ ist soeben erschienen und möchte ein Kompass in einer sich verändernden Trauerkultur sein. 10.000 Exemplare werden mit dem nächsten Gemeindebrief zusammen mit der Broschüre der Nordkirche „Am Ende bin ich noch immer bei Dir“, das informative Hilfestellungen zum Thema Sterben, Tod, Trauer und Trost bietet, an Haushalte in Ratzeburg und Ziethen verteilt. Allein in Ratzeburg gibt es sechs Friedhöfe: der St. Georgsberger Friedhof, der daran angrenzende Militärfriedhof, der Domfriedhof, der Friedhof am Steindamm, der Friedhof an der Seedorfer Straße und der katholische Friedhof am Salemer Weg. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich die Friedhöfe in Ziethen und Schmilau.

Das Heft über die Friedhöfe von Ratzeburg und Umgebung wurde von einem neunköpfigen Redaktionsteam erstellt, darunter Möllns Stadtarchivar Christian Lopau und Germain Gouén, Pfarrer der Katholischen Gemeinde St. Answer. „Wie immer hat die ökumenische Zusammenarbeit sehr gut funktioniert“, freut sich St. Petri-Pastor Martin Behrens. Ein Hauptgrund der Herausgabe des Heftes sei das gemeinsame Anliegen der Beteiligten, die Vielfalt der Friedhofskultur und neue Bestattungsformen zu illustrieren, so Behrens weiter. „Und wir wollen zeigen, dass eine moderne Art von Begräbnissen auch im kirchlichen Rahmen möglich sind“. Dass Friedhöfe aber auch historische Orte sind, die Geschichte lebendig machen, bekräftigt Christian Lopau: „Es ist wichtig, Menschen zu zeigen, was Friedhöfe an kulturellen Schätzen bieten. Und es ist wichtig, ihnen zu zeigen, was beispielsweise anonyme Bestattungen nicht bieten“. Verbreitet sei leider oft eine Unkenntnis an neuen Bestattungsformen auf Friedhöfen. „Kirchliche Friedhöfe sind Orte des Lebens in vielerlei Hinsicht: Sie erinnern an Menschen und ihre besondere Lebensart; sie erinnern an große Persönlichkeiten und sie zeigen Namen von Menschen, die wir geliebt haben. Friedhöfe sind Orte des Friedens. Orte, an denen sich Himmel und Erde zu begegnen scheinen – und sie sind Naturoasen“, so Pröpstin Frauke Eiben.

Bei der Frage nach dem ökumenischen Redaktionsteam schmunzelt Pfarrer Gouén: „Es gibt keinen evangelischen oder katholischen Tod. Tod ist Tod. Für uns war es eine Selbstverständlichkeit, an der Broschüre mitzuwirken. Es wäre auch gut, mit nichtchristlichen Menschen mehr über den Tod zu sprechen. Wie man am Beispiel von Paris sieht, ist Trauer menschlich. Alle trauern. Egal ob sie an etwas glauben oder nicht“. Und wenn man vom Tod spreche, spreche man auch von der Geschichte. „Wieder ein Beispiel: Helmut Schmidt. Wenn es keinen Ort gäbe, wo Menschen hingehen und um diesen großen Mann trauern könnte, hätte die Geschichte Deutschlands ein großes Loch“. Es sei wichtig, über den Tod zu sprechen und Trauerkultur zu pflegen – „für die Geschichte und die kommenden Generationen“.