Spezialisten an den Saiten

Die Acoustic Guitar Night stellte in diesem Jahr fünf Gitarristen aus vier Ländern und drei Kontinenten vor. Großer Jubel im ausverkauften Festsaal in Mölln.

Von Brigitte Gerkens-Harmann
Mölln – Ein berauschendes Fest der Gitarrenmusik ging mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations für alle Mitwirkende zu Ende. Die Acoustic Guitar Night stellte in diesem Jahr ausgesprochen junge Gitarristen aus Madagaskar, Indien und den Niederlanden vor. Der renommierte Gitarrist Peter Finger sagte bei seiner Einführung, dass man sich auf jugendliche, frische sowie exotische Klänge freuen, und die Vielfalt der musikalischen Möglichkeiten in allen Schattierungen bestaunen kann.
Bereits 2013 gastierte die bekannte Tournee Acoustic Guitar Night in Mölln. „Ich habe mich das ganze Jahr auf diesen Ort gefreut,“ schmeichelte Finger dem gut gelaunten und ausgesprochen versierten Publikum. So erhielt der Jüngste, in der Runde, der Inder Rhythm Shaw, dann auch ein warmes und herzliches Willkommen von den Gästen im ausverkauften Festsaal zu spüren. Fast wie ein Wunderkind mutete der 1995  geborene Musiker an: Bereits als  Zweijähriger spielte er Gitarre, beschäftigte sich mit dem Perkussionsinstrument Tabla, sodass seine Fähigkeiten an der Rhythmusgitarre und in Polyrhythmik schon sehr früh gefördert und ausgebildet wurden. Das Studium der klassischen Gitarre absolvierte er in Kalkutta; dort beschäftigte er sich auch mit Komposition und Jazz. Seine drei eigenen Kompositionen, die das Möllner Publikum erleben durfte, waren ein wahrer Rhythmenrausch.

Als schönen Kontrast stand das niederländische Gitarrenduo Karlijn Langendijk (Jahrgang 1995) und Tim Urbanus (Jahrgang 1989) auf der Bühne. Hohe Virtuosität zeichneten die  ausgefeilten Eigenkompositionen aus. Unbekümmert und dem Publikum zugewandt erläuterten sie ihre Werke, die Elemente des Jazz, Folk und Country Picking leicht und entspannt verknüpften.
Ein Hauch von Afrika wehte auf die Bühne. Gitarrist und Komponist Solorazaf konnte seine  Heimat Madagaskar nicht verleugnen: Hochkonzentriert und völlig in seine Kompositionen versunken, erlebten ihn die Möllner. Solorazaf spielte auf einer originellen, dreieckigen Gitarre und entwickelte einen eigenen Sound: eine Poly-Rhythmik, bei der Bässe und Melodien ein eigenes Leben entwickelten. Seine Mund-Perkussion-Elemente wirkten geheimnisvoll-archaisch und faszinierten.
Peter Finger`s Performance schloss den ersten Konzertteil mit drei wunderschönen, romantisch anmutenden Stücken ab. Balladen, wie das „Requiem für seinen Vater“, zeigten den anspruchsvollen Musiker und Komponisten in seiner ganzen Fülle. Ein Geflecht aus  atemberaubenden Rhythmik, Harmonik und Melodie schenkte er den restlos begeisterten Möllner Fans.
Die „Acoustic Guitar Night“, bot dann im zweiten Teil alle Solisten nochmals in einer Gruppen-Dramaturgie auf: Alle spielten noch einmal ein Stück, blieben auf der Bühne sitzen, um einige Extra-Besetzungen zum Besten zu geben und dann in einem großen Finale mit einem Stück zusammen zu glänzen. Es gab zwei Zugaben, die mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations für alle Mitwirkende eingefordert wurden.
Die Zusammenarbeit mit der Stiftung Herzogtum Lauenburg und dem Folk-Club Mölln stellte Jörg-Rüdiger Geschke in seiner Begrüßung vor.