Herzogtum Lauenburg vor 200 Jahren

1815 wurde beim Wiener Kongress das Herzogtum Lauenburg Dänemark zugesprochen. Was die Neuordnung bedeutete und welche Folgen sie hatte – darüber referiert am 3. Dezember 2015 Prof. Dr. Oliver Auge (Kiel) in Friedrichsruh.

Friedrichsruh – Prof. Auge (Kiel) lehrt Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Geschichte Schleswig-Holsteins in Mittelalter und Früher Neuzeit an der Universität in Kiel. Bei seinem Vortrag am Donnerstag (19.30 Uhr) in der Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh (Am Bahnhof 2) erläutert er die territoriale Neuordnung nördlich der Elbe nach dem Wiener Kongress und die Folgen für das Herzogtum Lauenburg, Dänemark und die nationale Frage im 19. Jahrhundert.

Worum ging es damals vor 200 Jahren? Der Wiener Kongress 1814/1815 ordnete nach der Niederlage Napoleon Bonapartes die Landkarte Europas neu. Bevollmächtigte von rund 200 Staaten, Dynastien und Mächten in Europa waren bestrebt, nach dem Umsturz und den Kriegsjahren ihre Ansprüche zu sichern und nachhaltig zu regeln. Ziel war eine annähernde Wiederherstellung der früheren politischen und sozialen Ordnung (Restauration). Die Verbündeten Napoleons hatten dabei ihren Tribut zu zollen, auch zwischen den anderen Beteiligten wurden Geld, Land- und Machtansprüche getauscht. Am Ende waren viele Grenzen neu gezogen. Die „deutsche Frage“ wurde beim Kongress separat verhandelt, weil für einen Verbund von rund 40 Staaten und freie Städte eine Lösung zu finden war. Im Falle des Herzogtums Lauenburg entschied man sich – im Gegensatz zum sonst erkennbaren Restaurationsbestreben – zu einer ganz neuartigen politischen Lösung: Man schlug es dem Dänischen Gesamtstaat zu, dem auch die Herzogtümer Schleswig und Holstein gehörten.

Professor Auge betreut als Tutor der Lauenburgischen Akademie für Wissenschaft und Kultur der Stiftung Herzogtum Lauenburg den Bereich Archäologie und Geschichte Lauenburgs und seiner Nachbarn. Sein Vortrag (Eintritt frei) erfolgt in Kooperation mit der Otto-von-Bismarck-Stiftung. Eine Teilnahme ist nur mit persönlicher Anmeldung möglich unter Tel. 04104 / 977110 oder info@bismarck-stiftung.de.