Attraktives Füllhorn

62 Veranstaltungen aus Kultur, Wissenschaft und Umwelt sind im Kreis 2016 geplant. Die Stiftung Herzogtum Lauenburg stellte Jahresprogramm vor.

Von Brigitte Gerkens-Harmann
Mölln – Trotz des frühlingshaften Wetters dominiert nicht selten zum Jahreswechsel das Wintergrau und die kurzen Tage drücken aufs Gemüt. Was gibt es da Besseres, als kulturelle Glanzlichter ? Die Stiftung Herzogtum Lauenburg verrät  Ihnen, wie Sie  in allerbeste Stimmung kommen, denn das Jahresprogramm 2016 bietet ein Füllhorn interessanter Aktionen und Veranstaltungen.Gut gelaunt und voller Engergie stellten Stiftungspräsident Klaus Schlie, sein Vize Wolfgang Engelmann und erstmals auch die neue Geschäftsführerin der Stiftung, Andrea Funk, das attraktive Programm vor.
Dazu sagte Klaus Schlie:“Lesungen und Literaturgespräche, wissenschaftliche Vorträge, Kindertheater, Konzerte, Niederdeutsch: Die Stiftung Herzogtum Lauenburg hat gemeinsam mit den Beiräten der Stiftung und etlichen Kooperationspartnern ein Programm erstellt, das alle Teile des Kreises berücksichtigt. Neben dem Sitz der Stiftung im Stadthauptmannshof Mölln finden Veranstaltungen auch in den großen Städten wie Lauenburg, Geesthacht und Ratzeburg statt, aber auch kleinere Orte wie Witzeeze oder Behlendorf sind mit einbezogen.“Bei der Vielfalt des Programms setzt die Stiftung Herzogtum Lauenburg einerseits auf bereits etablierte und erfolgreiche Veranstaltungen wie beispielsweise die Möllner Kriminacht im November, den Pflaumen- und Apfeltag im Spätsommer oder das Autorentreffen Niederdeutsch im Mai. Zwei  Ausstellungen – eine im Frühjahr und eine im Herbst – werden im Stadthauptmannshof gezeigt, die der Kunst-Beirat initiiert hat. Isaak Feldman im März sowie Edith Holtz-Raber und Peer Oliver Nau im September vertreten  unterschiedliche Ansätze und Sichtweisen, womit dem interessierten Publikum hoffentlich wieder ein abwechslungsreiches Kunstjahr geboten wird.  
Akademie-Schätze
Die Vorträge der Lauenburgischen Akademie für Wissenschaft und Kultur behandeln die verschiedensten Themen aus musikalischer, geschichtlicher und politischer Perspektive. Einige Beispiele: „Ansverus in Geschichte und Sage“ von Prof. Dr. Joachim Reichstein am 14. März im Rahmen des Ansverus-Jahres 2016 (St. Answer Ratzeburg); „Faszination Klezmer“ von Prof. Bernd Ruf am 13. März (Stadthauptmannshof Mölln) oder „Dänenzeit und Preußenzeit – Zeitenwende in Lauenburg 1865/66“ von Dr. Jan Schlürmann am 24. November (Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh). Übrigens ist der Eintritt zu wissenschaftlichen Vorträgen der Stiftung und der Akademie kostenlos.
"Aus dem Nichts … ins Glück"
Der 11. KulturSommer am Kanal beginnt am 9. Juli und endet am 8. August. Wie in jedem Jahr werden erste Höhepunkte des vierwöchigen Kulturfestivals im Februar präsentiert. Das Motto im nächsten Jahr lautet "Aus dem Nichts … ins Glück". Die Eröffnung des KulturSommers wird mit der flüchtigen und neuen Kunst im öffentlichen Raum in Lauenburg gefeiert und damit zugleich 30 Jahre Künstlerhaus Lauenburg, das den Kreis Herzogtum Lauenburg mit aktueller und junger Kunst beschenkt. Schlie: „Die gute Zusammenarbeit mit Frank Düwel setzt sich auch 2016 fort. Darüber sind wir sehr froh.“
Große Baupläne
„Baulastig“ so sagte es Vizepräsident Engelmann, wird 2016 auch, denn im Ensemble des Stadthauptmannshofs wird es einige Baumaßnahmen geben, die mit einer Gesamtsumme von 900.000 Euro eine besondere Größenordnung haben. Geplant ist ebenfalls, dass die beiden Häuser mit ihren Sälen, die als Veranstaltungsorte in der Region außerordentlich beliebt sind, bald mit Fahrstühlen erreicht werden können. „Dazu hoffen wir, weitere Mittel einwerben zu können“, so Engelmann.
Auszeichnung für Künstler
Die Verleihung des 24. Kulturpreises der Stiftung erfolgt im Herbst. Im Wechsel lobt die Stiftung einen Umwelt- und einen Kulturpreis aus. Eduard Wehmeier (Filmclub Ratzeburg) erhielt 2014 den Kulturpreis. Eine Jury unter dem Vorsitz des Vorstandsmitglieds Jörg Geschke, wird 2016 die Vorbereitungen für den Kulturpreis in Angriff nehmen.
Kulturknotenpunkt
Das Thema Kulturknotenpunkt stand ebenfalls im Mittelpunkt der Jahresprogrammplanung. Dazu sagte Geschäftsführerin Andrea Funk:“ Die Stiftung wurde in diesem Jahr zu einem von bisher drei Kulturknotenpunkten des Landes ernannt. 2016 sind fünf damit zusammenhängende Veranstaltungen, die alle im Stadthauptmannshof stattfinden, geplant: Es wird zu Gesprächsabenden eingeladen am 18. Januar und 10. Mai. Ziel ist es, einen gedanklichen Austausch aller Kultur-Interessierten zu erreichen.“Ferner wird es Vorträge über Versicherungen für Kulturschaffende am 10. Februar und 16. November geben, bei denen es  um die persönliche und unternehmerische Absicherung geht. Ein Vortrag über das Reeperbahn Festival (8.3.), der aus Sicht einer der Organisatorinnen (Anna Hochstein) über die Entstehung und den bisherigen Verlauf des Festivals berichtet.
Die Stiftung ist stets an Kooperationen interessiert, besonders im ländlichen Raum. Die bereits lange bestehende Reihe „Die Akademie geht aufs Land“ bietet die Möglichkeit, historische Besonderheiten direkt vor Ort den interessierten Einwohnern nahezubringen. In diesem Jahr gab es einen Vortrag über Kuddewörde, im nächsten Jahr wird es um Witzeeze gehen. Bei Interesse kann man sich an die Geschäftsstelle der Stiftung unter Tel. 04542/87000 oder info@stiftung-herzogtum.de wenden. Es wird dann geprüft, ob einer der Tutoren der Lauenburgischen Akademie passende Forschungsergebnisse hat. 
Das Jahresprogramm ist bereits jetzt im Stadthauptmannshof Mölln erhältlich. In der ersten Januar-Woche liegt es ebenso in den Tourist-Informationen des Kreises sowie bei den Kooperationspartnern aus.