Historisches Taufbecken ist zurück

Das aus dem 15. Jahrhundert stammende bronzene Taufbecken der Lauenburger Maria-Magdalenen-Kirche ist nach mehrmonatigen Reparaturarbeiten zurück in der Kirche.

Lauenburg – Ein Missgeschick im vergangenen Frühjahr hatte die Reparatur veranlasst. Beim Beiseiterücken des mehrere Zentner schweren Schmuckstücks brach eines der vier Standbeine ab – gefertigt als Mönchsfigur. Mit der Bronzegießerei Wittkamp in Elmenhorst war der Experte nahe. Die Reparatur zog sich jedoch länger hin als gedacht. Das Material wollte zunächst untersucht werden, weil mittelalterlicher Bronzearbeiten wohl viele Lufteinschlüsse enthalten können. Die Legierung erwies sich zum Glück als rein und dicht genug, um das Bein wieder anschweißen zu können. Finanziert wurden die Arbeiten zur Reparatur vom Freundes- und Förderverein der Maria-Magdalenen-Kirche.

Pastor Philipp Graffam, Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Rumpf und Kassenwart Manfred Maronde nahmen das bronzene Becken Mitte Dezember wieder in Empfang – drei Mann waren nötig, das gewichtige Teil zu schleppen. Bis nach Weihnachten steht es noch am Rand – erst nach dem festlichen Prozedere wird es an seinen Stammplatz direkt vor dem Altar zurückgeschoben. Ohne Beinbruch diesmal – hoffentlich.

Das mit Reliefs geschmückte Taufbecken gehört zu einer Reihe von Kunstwerken aus dem 15. bis 17. Jahrhundert, die den Innenraum der 1227 von Herzog Albrecht I. als Kapelle gestifteten und später mehrfach umgebauten Kirche zieren. In den Fokus des Fördervereins ist inzwischen der Marienleuchter im Deckengewölbe geraten – auch er stammt aus dem 15. Jahrhundert. Wie Hans-Jürgen Rumpf bekannt gab, soll der Leuchter 2016 von mehreren Farbschichten befreit werden und in seiner ursprünglichen Ansicht wieder erscheinen. Die Experten dafür sitzen noch näher als 2015: Die Lauenburger Restauratoren Gerold Ahrens und Yvonné Erdmann werden sich der Sache annehmen. Derweil sammelt der vor mehr als dreißig Jahren gegründete Verein der Freunde und Förderer der Maria-Magadalenen-Kirche schon mal die so unerlässlichen Spenden.