Harmonischer Start ins neue Jahr

Musik, Film, Dichtkunst und Tanz stehen Kulturfreunden im Sachsenwald bevor. Das Augustinum Aumühle startet im Januar mit einer wunderbaren Mischung sein Kulturprogramm 2016.

Aumühle – Klaviermusik zu vier Händen, ein beeindruckender Film mit Helen Mirren, Philosophie als Theater, ein Vortrag über Mensch und Dichter Matthias Claudius und die Suche nach dem blauen Klang sind im ersten Monat des Jahres im Aumühler Augustinum am Mühlenweg 1 zu erleben. Hier eine Übersicht mit erstem Ausblick auf einen tänzerischen Februar …

„Das besondere Konzert“ eröffnet am Donnerstag, 7. Januar 2016 (Beginn 19 Uhr, Theater, Eintritt 4,- Euro), den Reigen im neuen Jahr. Gisela Arp und Marianne Schobert-Aue spielen Werke für Klavier zu vier Händen. Vor etwa einem Jahr waren sich die beiden Pianistinnen im Augustinum begegnet – sie harmonieren beim schnellen Freigeben der Tasten, bei ungewohnten Fingersätze, manchmal beim Ineinandergreifen oder gar Kreuzen der Hände perfekt: Aus Freude am gemeinsamen Musizieren ist ein wunderbares Programm entstanden mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Johannes Brahms und George Bizet.

„Die Frau in Gold“ – die wahre Geschichte einer starken Frau, mit Starbesetzung und schönen Bildern verfilmt – ist am 10. Januar (19.30 Uhr, Theater, Eintritt 4,- Euro) in Kooperation mit dem Filmring Reinbek zu sehen. Regisseur Simon Curtis hat das Drama 2015 mit Helen Mirren, Ryan Reynolds und Daniel Brühl verfilmt. Maria Altmann führt in Los Angeles ein beschauliches Leben. Sie floh einst unter dramatischen Umständen aus dem Wien des Dritten Reichs. Jahrzehnte später erfährt sie, dass sie Erbin mehrerer Gemälde Gustav Klimts ist, die ihrer Familie von den Nazis geraubt wurden. Das berühmteste ist das Porträt ihrer geliebten Tante Adele Bloch-Bauer, weltbekannt als „Die Frau in Gold“. Doch der Staat Österreich, in dessen Besitz sich die Bilder befinden, zeigt sich wenig kooperativ. Mit dem unerfahrenen, aber engagierten Anwalt Randy Schoenberg (ein Enkel des ebenfalls verfolgten Komponisten) nimmt sie ihren Kampf auf. Es beginnt eine Odyssee, die sie bis zum Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten führt…

In Kooperation mit der VHS Aumühle und Wohltorf lädt das Augustinum am Samstag, 16. Januar (19.30 Uhr, Theater, Eintritt 15,- Euro, erm. 5,- Euro) zum einzigen cartesianischen Theaterstück der Welt ein. „Kristina und Descartes“ wird von abacuspictures (Hamburg) unter Leitung von Josh Goldberg dargeboten. René Descartes konnte Platons Ideenlehre um den physischen Nachweis erweitern, dass jeder von uns mittels der Sinnesorgane und Nervenbahnen seine eigene Welt erst im Gehirn generiert. Wer könnte dieses Prinzip (von Neurologen heute als Cartesianisches Theater bezeichnet) besser präsentieren als Descartes in einem Theaterstück? „Die Welt, so wie sie mir zu eigen, ist doch wohl kaum die selbe, wie in Eurem Kopf“, spricht er dann auch zu seiner Geliebten, der jungen Königin Kristina von Schweden. In der Inszenierung „pflügen“ diese beiden für jeden verständlich durch 2.500 Jahre Fundamentalphilosophie – mit einer Menge Spaß, reichlich Krawall und einem furiosen Ende.

Matthias Claudius widmet Dr. Hans-Jürgen Benedict einen Vortrag am Donnerstag, 21. Januar (17 Uhr, Theater, Eintritt 6,- Euro). Matthias Claudius, 1740 in Reinfeld geboren, hat neben seinem Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ viele andere schöne Texte verfasst. Texte, in denen er etwa die Ereignisse seines Familienlebens in Gedichtform überträgt. Immer wieder entdeckt er das Wunderbare im Alltäglichen und dankt Gott dafür. Von 1771 – 1775 war Claudius zudem Herausgeber des „Wandsbecker Boten“ – ein neuer Zeitschriftentyp, der ihm selbst als Forum für viele Veröffentlichungen diente. Hans-Jürgen Benedict stellt das Leben Claudius` mit Frau Rebecca, elf Kindern und einer Kuh hinterm Haus sowie seine schönsten Gedichte vor. Dazwischen erklingen Vertonungen.

Um Töne geht es auch am Sonntag, 24. Januar (18 Uhr, Theater, Eintritt 15,- Euro, erm. 5,- Euro) bei der „Suche nach dem blauen Klang“. Das biographische Musiktheater mit Frédéric Chopin ist eine Veranstaltung der Chopin-Gesellschaft Hamburg-Sachsenwald, es feierte vor einem halben Jahr im Augustinum seine Premiere. Auf einem Ausflug in sein Gedächtnis beginnt Chopin eine Suche nach dem „Blauen Klang“ – der höchsten romantisch-musikalischen Spielart. Regie in dieser Inszenierung führt Aileen Schneider, Text und Dramaturgie stammen von Peter Thiers. Die Idee dazu hatte Dr. Daniela Nerlich. Rechtzeitige Reservierung unter Tel. 04104 / 69 10 wird empfohlen.

Ballettfreunde sollten sich ebenfalls schon jetzt Tickets sichern für den 10. Februar 2016 (19.30 Uhr, Theater, Eintritt 25,- Euro, erm. 17,- Euro). Dann nämlich ist das Bundesjugendballett von John Neumeier wieder zu Gast im Hause. „Zukünftige Ballettstars tanzen im Augustinum“ heißt es dann. Das 2011 gegründete Bundesjugendballett, beheimatet am Ballettzentrum Hamburg, fördert ein Ensemble aus acht internationalen Tanztalenten zwischen 18 und 23 Jahren mit abgeschlossener Berufsausbildung für jeweils maximal zwei Jahre. Ziel ist es, Ballett an neueOrte zu bringen und Zuschauer zu begeistern. Hierfür erfindet die Compagnie als kleines Ensemble ohne feste Spielstätte den Tanz stetig neu – an Orten, die fernab von jeder herkömmlichen Ballettgeographie liegen. Das Augustinum Aumühle gehört dazu und freut sich auf die acht jungen Tänzerinnen und Tänzer mit ihrem aktuellen Repertoire.