Mit Schwung ins neue Jahr

Über eine durchweg positiven Bilanz 2015 und ersten Ausblicken auf 2016 informierten die Otto-von-Bismarck-Stiftung und ihr Förderkreis beim Neujahrsempfang in Friedrichsruh. Das Interesse war groß – der Vortragsraum im ehemaligen Bahnhofsgebäude war voll besetzt …

Friedrichsruh – „Der Neujahrsempfang zeigt einmal mehr, dass die Otto-von-Bismarck-Stiftung dringend erweitert werden muss,“ freute sich der Vorstandsvorsitzender Dr. Rüdiger Kass beim Neujahrsempfang – der Vortragsraum im ehemaligen Bahnhof Friedrichsruh war bis auf den letzten Platz besetzt. Positiv war auch die Bilanz von Dr. Kass über das abgelaufene Jahr. Demnach waren im Jubiläumsjahr 2015 rund 200 Veranstaltungen im In- und Ausland mit Beteiligung der Stiftung organisiert worden. Höhepunkt zum 200. Geburtstag von Fürst Otto von Bismarck war die die „Geburtstagsfeier“ in Berlin mit Bundespräsident Joachim Gauck als Festredner.
In seinem Grußwort unterstrich der Vorsitzende des Förderkreises, Norbert Brackmann (MdB), dass „in der Bevölkerung das Geschichtsbewusstsein gestiegen ist“. Die Besucherzahlen bei den Veranstaltungen seien um 18 Prozent gestiegen. Die Website der Bismarck-Stiftung sei 2015 von 150.000 Interessenten angeklickt worden. Traditionsgemäß hatten sich die Mitglieder des Förderkreises vor dem Neujahrsempfang zu einer Versammlung getroffen. Dabei wurde der Vorstand in seinem Amt bestätigt, sodass Norbert Brackmann weiter als Vorsitzender des Förderkreises tätig sein wird.
Der Geschäftsführer der Otto-von-Bismarck-Stiftung, Professor Dr. Ulrich Lappenküper, wies in seiner Ansprache darauf hin, dass es nur Dank des großen Engagements der Mitarbeiter in Friedrichsruh und Schönhausen möglich gewesen sei, die zahlreichen Veranstaltungen zu organisieren und durchzuführen. Auch 2016 wird an die Mitarbeiter wieder außergewöhnliche Anforderungen stellen: Neben den „normalen“ Aufgaben sollen in diesem Jahr die Vorbereitungen und (hoffentlich) der Bau des Erweiterungsgebäudes im Mittelpunkt stehen. Die Finanzierung des Neubaus ist gesichert, nachdem (wie berichtet) zu den vorhandenen 300.000 Euro kürzlich ein Bundeszuschuss in Höhe von 2,7 Millionen Euro bewilligt wurde. Vorgesehen ist ein funktionales Gebäude mit einem Vortragssaal und Räumen für die Bibliothek. Die Dauerausstellung der Otto-von-Bismarck-Ausstellung bleibt im ehemaligen Bahnhofsgebäude, wird aber erweitert und neu konzipiert. Die wissenschaftliche Arbeit werde 2016 mit einer weiteren Veröffentlichung für die „Friedrichsruher Ausgabe“ fortgesetzt.
Während des Neujahrsempfanges schilderte die Museumspädagogin Katja Gosdek, die das Museum in Schönhausen leitet, die Familiengeschichte der Bismarcks von 1270 bis 1815. In ihrem Vortrag machte sie anschaulich, wie die Familie sich von einflussreichen Kaufleuten in der Altmark zu Beratern von Fürsten und Königen entwickelt hatte. Die Serie der Veranstaltungen in der Bismarck-Stiftung beginnt mit der Sonderausstellung „Das Menschenschlachthaus“. Einen Vortrag zur Ausstellung hält Prof. Dr. Bernd Wegner von der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg am 17. Januar 2016 um 11 Uhr im Rahmen der Vernissage. Ausstellung und Vortrag behandeln Vorahnungen des
Ersten Weltkriegs in Literatur, Kunst und Wissenschaft. Die Ausstellung läuft bis zum 18. März 2016.