„Farbe in Plastik und Malerei"

Die Stadtgalerie Lauenburg startet in ihr Jahresprogramm 2016 am 4. Februar mit der Ausstellung „Farbe in Plastik und Malerei" des Künstlers Menno Fahl. Der Maler und Bildhauer war 2003 Landesstipendiat in Lauenburg und ist einer der avanciertesten Künstler, die durch das Künstlerhaus gefördert wurden.

Lauenburg – Fahls Ausstellung wird am Donnerstag, 4. Februar, um 19.30 Uhr mit einer Vernissage in der Stadtgalerie im Hagenström, Elbstraße 28, eröffnet. Zu sehen ist sie dann vom 6. Februar bis 10. April. Menno Fahls Bilder und Plastiken finden sich in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen. Seit 1989 sind die Werke des 1967 geborene Künstlers auf nationaler und internationaler Ebene gefragt, präsentiert er seine Ausstellungen in Kunstvereinen, Museen, öffentlichen wie privaten Galerien und Kunstmessen.
Menno Fahl lebt und arbeitet in Berlin und Schleswig-Holstein. 1988 bis 1992 studierte er Malerei an der Muthesius Kunsthochschule Kiel bei Peter Nagel. Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Wechselwirkung von Farbe und Raum führte ihn 1993 zu einem weiteren Studium der Bildhauerei an der Universität der Künste Berlin bei Lothar Fischer. Dieses schloss er 1997 als Meisterschüler Seither ist er freischaffend als Künstler tätig. Von 1997 bis 2005 erhielt er einen Lehrauftrag für Malerei an der Muthesius Kunsthochschule Kiel.

Menno Fahl „fängt mit der Kunst noch einmal von vorne an, archaisch, als habe es nie die Perspektive, die Tiefenstaffelung und die naturalistische Wiedergabe von Menschen gegeben“, sagt der Kunsthistoriker Jens-Martin Neumann zu Fahls Arbeiten, die „schlicht eine neue integrale Kunstform anstreben“. Fahl verschränkt Malerei und Skulptur, realen und illusionären Raum. Auch seine Bilder haben mehr als zwei Dimensionen. Nur wenige zeitgenössische Künstler machen wie Menno Fahl die Farbe zum zentralen Thema ihres Schaffens, die menschliche Figur ist bei ihm trotz Schematisierung und Verfremdung die alles verbindende Klammer. Hölzerne Fundstücke sind sein bevorzugtes Material. Dennoch sind Fahls Plastiken nicht bemalt, sondern „mit der Farbe entwickelt – damit eröffnet der Künstler der Bildhauerei interessante Perspektiven“, sagt Neumann.
Der Künstler selbst versteht sein Wirken als Experiment. Plastiken, Objekte, Assemblagen, Bilder, Drucke sind das Ergebnis eines „lustvollen“ spontanen Prozesses, bei dem die Bildnisse und Figuren quasi erst aus der Montage erwachsen. Seine Arbeiten haben etwas von Spielzeug im Sinn von Objekten, die aus einem kreativen Spiel (mit Gedanken, Material, Farbe, Emotion etc.) entstanden sind und die Fantasie zu weiteren Spielen anregen. „Ich sehe mich weitestgehend außerhalb von aktuellen Trends und dem Zeitgeist. Vielmehr interessieren mich übergeordnete Problemstellungen der Bildenden Kunst", sagt Menno Fahl selbst über sein künstlerisches Schaffen. Näher Interessierte finden viele Beispiele unter www.menno-fahl.de
Die Ausstellung in der Lauenburger Stadtgalerie, Elbstraße 28, wird unterstützt vom Land Schleswig-Holstein, der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg und dem Freundeskreis Stadtgalerie Lauenburg. Die Schau kann bis zum 10. April 2016 jeweils samstags und sonntags von 14,30 – 16 Uhr besichtigt werden. Der „Appetit“ wird angeregt durch die Schaufenstergalerie (täglich 11 – 23 Uhr).