„Wo sich Geist und Klänge treffen“

Vortag über die Magie der Europäischen Salonkultur um George Sand und Frédéric Chopin.

(gh) Mölln –  Unter dem Titel „Wo sich Geist und Klänge treffen“ halten die Musik- und Literaturexperten Jochem Wolff und Armin Diedrichsen am 4. Februar (19:30 Uhr) einen Vortrag im Augustinum Mölln, den sie mit Rezitationen und Bilddokumenten ausschmücken und musikalische Raritäten präsentieren.
Die Wurzeln der Salonkultur reichen überraschend weit zurück, jedenfalls viel weiter als die der brillanten, für uns so modellhaft erscheinenden europäischen Salons vor rund zweihundert Jahren und danach. Die Magie des Intimen des Gesprächskreises und seiner Rituale haben schon früh Menschen in ihren Bann geschlagen. Jene Salongesellschaften des 19. Jahrhunderts trafen zusammen, um sich im Zeichen neuer Literatur und Musik zu erbauen, zu debattieren und zu bewerten.
Geführt wurden diese Salons von bedeutenden Frauen, unter denen u. a. George Sand, die langjährige Gefährtin von Chopin, herausragt. Sie galt als Femme fatale, vor allem aber als Salonnière und meisterhafte Romanautorin, die engste Freunde wie de Musset oder Flaubert als Ikone unter den Dichterinnen des 19. Jahrhunderts empfanden. Sands Bewunderer Victor Hugo schrieb ihr in einem Brief: “Eines Tages werde ich zu meinen Kindern sagen, dass Sie im Bereich der Gedanken die größte aller Frauen sind, vielleicht aller Zeiten. Sie haben einen so weiten Horizont, dass er nur mit Adlerflügeln durchmessen werden kann.“
Wolff ist Musikwissenschaftler, Literaturhistoriker und Publizist, Diedrichsen ist Opernregisseur und Schauspieler sowie Ausstellungsmacher am Schloss Ahrensburg. Beide waren an der Hamburger Staatsoper tätig und sind aus ihren regelmäßigen Beiträgen auf „NDR Kultur“ bekannt.
Eintritt acht Euro.