„Taxi Teheran“ im Elbkino

Am 13. Februar 2016 zeigt das Elbkino Lauenburg den Kinofilm „Taxi Teheran“ in der Heinrich-Osterwold-Halle. Seine Komödie gbrachte dem Iraner Jafar Panahi 2015 bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin einen Goldenen Bären ein.

Lauenburg – Jeden 2. Samstag im Monat lockt das 2012 gestartete Elbkino in Lauenburg sein Publikum vor die Leinwand im Haus an der Elbstraße 145a. Diesmal hat das Kino, dessen Träger die ev.-luth. Kirchengemeinde ist, parallel zur diesjährigen Berlinale „Taxi Teheran“ geordert. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt kostet wie immer 6,- Euro, ermäßigt 4,- Euro. „’Taxi Teheran‘ ist ein kleiner Film, der in seiner Einfachheit bezaubert“, sagt Pastor Philipp Graffam..)

Mit „Taxi Teheran“ ist Jafar Panahi erneut ein Coup gelungen: Der ganze Film spielt innerhalb eines Taxis – ein Spiegel von Panahis persönlicher Situation, der seit 2010 den Iran nicht verlassen darf. Sein Taxi fährt durch die lebhaften Straßen Teherans. Die wechselnden Fahrgäste erzählen freimütig, was sie umtreibt: Ein Filmschmuggler vertickt die neueste Staffel von „The Walking Dead“ und Filme von Woody Allen; zwei alte Frauen wollen Goldfische in einer Quelle aussetzen, ein vorlautes kleines Mädchen erklärt ihren Anspruch auf Frappuccino und ihre Nöte beim Verwirklichen eines Kurzfilmprojekts für die Schule. Am Steuer sitzt der Regisseur selbst, der 2010 wegen „Propaganda gegen das System“ zu einem 20-jährigen Berufsverbot verurteilt wurde – und nun geheimnisvoll lächelnd einen neuen Film kreiert. Denn eine auf dem Armaturenbrett versteckte Kamera hält alles fest …

Grund für Panahis Verurteilung war sein Film „Offside" (2010) über eine junge Frau, die als Mann verkleidet ein Fußballspiel ansehen will. Die Kulturadministration verbot den Film im Iran, seither arbeitet der Regisseur illegal oder an der Grenze zur Illegalität. Für „Offside“ und „Closed Curtain“ wurden Panahi bereits in den Vorjahren Silberne Bären zugesprochen – in Abwesenheit. In „Taxi Teheran“ zeichnet er „ein liebevolles Porträt der Menschen in seiner Heimat und schafft damit einen hoffnungsvollen Kontrast zu den üblichen negativen Nachrichtenmeldungen. Dabei verbindet er mit Leichtigkeit Gesellschaftskritik und Komödie und denkt nebenbei geschickt über die Möglichkeiten von Kino nach“ – so unterhaltsam wie intelligent.