Hinein in die „Geschlossene Gesellschaft“

Im Theater Lauenburg geht’s wieder rund. Im Februar präsentiert das Theater aus der Tabakfabrik eine Inszenierung von Sartres „Geschlossene Gesellschaft“. Danach stehen Komödie, Operetten-Gala, Musicals, Klaviermusik und A-Cappella-Gesang auf dem Programm.

Lauenburg – Jean-Paul Sartre – Vordenker des Existenzialismus und Paradefigur der französischen Intellektuellen im 20. Jahrhundert – löste 1944 mit seinem Stück „Geschlossenen Gesellschaft“ einen Skandalerfolg aus. Drei Menschen – die reiche Estelle, die Postangestellte Inès und der Journalist Garcin – finden sich nach ihrem Tod in der „Hölle“ wieder. Dort eingeschlossen, sind sie sich ohne Hoffnung auf ein Ende gegenseitig als Peiniger und Opfer ausgeliefert, indem sie sich gegenseitig ihre Lebenslügen entreißen. Erst allmählich begreifen sie: Die Hölle, das sind die anderen“. Das Theater aus der Tabakfabrik hat sich des Stückes angenommen und bringt es unter Regie von Edina Hasselbrink im Februar 2016 viermal auf die Bühne der Heinrich-Osterwold-Halle, Elbstraße 145a.

Die Aufführungen finden statt am 12. / 14. / 19. / 26. Februar. In dem anspruchsvollen Stück des Dramatikers und Philosophen Sartre spielen Corinna Ziemer (Estelle), Otti Wiedenroth-Rösler (Inès) und Amit Klein (Garcin). Der Eintritt kostet 10,- / 9,- Euro, Karten sind bei ProTicket und beim Theater Lauenburg (www.theater-lauenburg.de) erhältlich unter Tel. 04153 / 599 15 85 und abo@theater-lauenburg.de

Weiter im Theaterprogramm läuft Alan Ayckbournes Komödie „Halbe Wahrheiten“ – am 20. Februar um 20 Uhr, am 21. Februar um 16 Uhr. Wer’s da nicht schafft, kann es vom 22. bis 24. April nochmal versuchen. Es spielen unter Regie von Püst die Ensemblemitglieder Gerlinde Dillge, Jana Mehmann, Wolfang Noack und Ole Bielfeld (alternierend Andreas Püst). Der Februar endet mit zwei Gastspielen: Am 27. kommt die Opernfactory aus Hamburg zu einer Operetten-Gala, für den 28. kündigt die Programmvorschau das Wunderlandtheater aus Rondeshagen mit dem Kindermusical „Alisa und Professor Hicks“ an.

Das folgt im März

Am 1. März präsentiert der Theaterjugendclub „Die Matthew Shepard Story“ (Premiere, 19 Uhr) als Eigenproduktion zum Thema Homophobie. Das Stück hat einen wahren Hintergrund. Es geht um die Geschichte eines amerikanischen Studenten, der 1998 in Laramie (Wyoming) wegen seiner Homosequalität grausam misshandelt wurde und wenig später an seinen Verletzungen starb. Die Peiniger gaben damals an, sie hätten das Opfer wegen seiner Homosexualität ausgesucht, und wollten – da sie von ihm damit provoziert worden seien – ein milderes Strafmaß erreichen. Der Jugendclub wolle in seinem Stück die Lebensgeschichte Matthews nachzeichnend und fragen, warum und wie Hass entstehe, so Thomas Püst: „Bei all den Anfeindungen, den Ressentiments, dem Abscheu von Teilen der Gesellschaft, dem Hass geht es doch eigentlich nur um Liebe zwischen zwei Menschen. Ein Stück, mit dem die Kids des Theater-Jugendclubs einmal mehr ihren Mut beweisen, auf der Bühne Themen zu zeigen, die provokant sind, aber die Zuschauer auch nachhaltig bewegen.“

Am 19. März folgt die nächste Premiere mit dem Musical „Adam und Eva“ (20 Uhr). Auf der Bühne stehen Henrike Fehrs und Andreas Püst, Regie führt Lars Cegelcki. Dem Stück zugrunde liegen „Die Tagebüher von Adam und Eva“ von Mark Twain – eine satirische Auseinandersetzung mit Kirche, Religion und Bibel (weitere Aufführungen sind geplant für 15. und 20. Mai). Am 20. März gibt der in Geesthacht gebürtige und in Hamwarde lebende Musiker Jan Michael Rogalla ein Konzert. „Lifetree of Ice“ ist seine eigene epische Klaviermusik überschrieben. Rogalla komponiert, produziert und spielt auch Soundtracks ein – viele werden ihn zudem als Bassgitarristen der Band „Planet Pluto“ kennen. Ganz ohne Instrumente geht es dann am 26. März zu. Da kommt das „Quartett Komplett“ aus Kiel zu einem A-Cappella-Konzert.