Hochkarätiger Jubiläumsauftakt mit Justus Frantz

Mit einer Gala eröffnete Geesthacht offiziell das 800-Jahre-Jubiläumsjahr. Die regionale Prominenz gab sich ein Stelldichein – und Starmusiker Justus Frantz bezauberte seine 430 Zuhörer nicht nur am Flügel.

Geesthacht – Mit einem üppigen Veranstaltungsprogramm feiert Geesthacht in diesem Jahr sein 800-jähriges Bestehen. Das Jubiläum der Stadt wurde mit einem feierlichen Gala-Abend im Geesthachter Mercedes-Autohaus Brinkmann offiziell eröffnet. 430 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur, kurzum die gesammelte Prominenz der Elbestadt und Umgebung war beim Eröffnungskonzert dabei. Ein hochkarätiger Auftakt, denn Im Mittelpunkt stand der Auftritt des wohl bekanntesten deutschen Pianisten, Dirigenten und weltweit gefeierten Musikbotschafters Justus Frantz.

„Wir sind richtig stolz darauf, einen Künstler von Weltformat bei uns zu haben“, betonten einhellig Bürgervorsteher Samuel Bauer, der Vorsitzende der Wirtschaftlichen Vereinigung (WVG) Jürgen Wirobski und der Geschäftsführer der Geesthachter Mercedes-Vertretung Thomas Holthaus. Samuel Bauer fasste in wenigen Sätzen die 800-jährige Geschichte der Stadt zusammen, begrüßte den Kreispräsidenten Meinhard Füllner, Landrat Dr. Christoph Mager, die Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer, Geesthachts neuen Verwaltungschef Olaf Schulze und Bürgermeister aus umliegenden Gemeinden. „Die 800-Jahrfeier wird mit unzähligen Veranstaltungen gefeiert. Eine lebendige Visitenkarte der Stadt – von Geesthachtern für Geesthachter gestaltet. Natürlich sind uns auch auswärtige Gäste stets herzlich willkommen“, betonte der Bürgervorsteher.

Dann gab es Lob für Geesthacht: „Die größte Stadt im Herzogtum Lauenburg, schon immer ein starker Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort mit viel Potenzial. Nicht zuletzt durch die geografische Lage eine Brücke nach Hamburg“, hob Kreispräsident Meinhard Füllner hervor und fügte hinzu: „Was mir an Geesthacht besonders gut gefällt, ist der ausgeprägte Gemeinschaftssinn.“ Auch Justus Frantz, der bereits am Nachmittag im Autohaus ein Konzert für Kinder gegeben hatte, lobte die Stadt: „Kompliment! Sie haben in Geesthacht sehr viele neugierige und an der Musik interessierte Kinder.“ Seinen ersten Arbeitstag und -einsatz als neuer Bürgermeister Geesthachts absolvierte Olaf Schulze. „Es ist unbeschreiblich schön, dass es mir zuteil wird, mit Justus Frantz den Stargast des Abends zu begrüßen.“

Obwohl zwei Wochen lang als Dirigent mit der Philharmonie der Nationen in ganz Deutschland auf der Neujahrstour unterwegs und erst Tag zuvor aus Hongkong zurück gekommen, betrat Justus Frantz strahlend, entspannt und voller jugendlicher Frische die Bühne. Er servierte den Geesthachtern mit „Chopins Reise nach Mallorca“ eines seiner Parade-Programme. Ebenso wie sein Klavierspiel fasziniert immer wieder die Art, wie Justus Frantz über die Musik und Komponisten spricht. Diese Gabe machte auch den Konzertabend in Geesthacht zum Erlebnis. Spannend und facettenreich schilderte der Ausnahmekünstler die komplizierte Episode aus dem Leben von Frédéric Chopin und seiner Lebensgefährtin George Sand. Die Höhen und Tiefen, Empfindungen des gesundheitlich angeschlagenen Komponisten – von purer Freude bis Nostalgie, Verzweiflung und Einsamkeit – illustrierte Justus Frantz mit einer Reihe teils virtuoser, teils melancholischer Chopin-Werke, die zum Teil tatsächlich auf Mallorca entstanden. Mit Etüden (Opus 10 und 25), Nocturnes, einer Mazurka, dem Regentropfen-Prélude und Fantaisie Impromptu cis-Moll porträtierte der Starpianist den Komponisten Chopin.

Mehr als zwei Stunden war Justus Frantz auf der Bühne, sprach in der rund 45 Minuten langen Pause als „Weltstar zum Anfassen“ mit Konzertbesuchern, gab Autogramme, signierte seine CDs. Mit stehenden Ovationen gefeiert, munter und selig schloss der 71-Jährige seinen glanzvollen Auftritt mit zwei Zugaben – Rondo alla turca von Mozart und dem 2. Satz aus der Pathetique-Sonate von Beethoven.