„Kleine Dinge können großes Glück auslösen“

Der KulturSommer am Kanal 2016 ist „auf dem Markt“. Er wird vom 9. Juli bis 8. August die Besucher mottogetreu „Aus dem Nichts … ins Glück“ führen. Intendant Frank Düwel gab beim traditionellen Empfang am Lauenburgisch-Stormarnschen Touristikstand während der Hamburger Reisemesse zum Festival erste Einblicke.

Hamburg (ea) – Auch für die Touristiker im Herzogtum Lauenburg spielt die Kultur in diesem Jahr eine große Rolle: Sie ist der diesjährige Marketing-Schwerpunkt, wie Günter Schmidt zu wissen gab. Der Geschäftsführer der Herzogtum Lauenburg Marketing- und Service GmbH (HLMS) berichtete beim traditionellen Empfang am Messestand – am dritten von fünf Messetagen – von „lebhafter Nachfrage“. Schon habe er Prospekte nachordern müssen.
KulturSommer-Intendant Düwel stellte vor den Vertretern aus der Lauenburgischen Politik, Wirtschaft und Kultur wieder die News zum bevorstehenden Festival vor. „Kleine Dinge können großes Glück auslösen“, sagte er mit Verweis auf die erneut mehr als 80 Einzelveranstaltungen, die zum elften Mal Kunst, Kultur und Natur auf besondere Weise kreisweit verknüpfen. Von Büroleiter Manfred Scharfenstein war zu erfahren, dass die Planungen weit fortgeschritten seien und bisher gut liefen. Viele kleine, aber feine Überraschungen, eine Sammlung ersehnter Highlights und zwei neue Formate sind in wenigen Monaten bei der größten Veranstaltungsreihe im Kreis zu erwarten, die unter dem Dach der Stiftung Herzogtum Lauenburg stattfindet und von Beginn an von der Kreissparkasse als Premium-Sponsor gefördert wird.
Was dürfen wir erwarten 2016? Hier halten wir es knackig: Einen Blick auf die ersten neun Termine im Detail finden Sie im Artikel „KulturSommer am Kanal 2016: Die ersten Termine“.
Wie Düwel bekannt gab, wird der KulturSommer wichtige Ereignisse in den Städten aufnehmen, etwa das 30-jährige Bestehen des Künstlerhauses Lauenburg und die 800-Jahr-Feier in Geesthacht. Dort wird u. a. das 2015 eingeführte Art-Caching als „City and Satellites“ aufgenommen. Es solle in den nächsten Jahren „zum Schwerpunkt für mediale Kunst“ werden, kündigte Düwel an. Eine Idee, der sich die Hamburgische Kulturstiftung angeschlossen habe. Neu ins Programm kommt „Schöner Warten“ – Paradebeispiel für die oben erwähnten „kleinen Dinge“. Dabei versüßt der KulturSommer Wartenden im öffentlichen Nahverkehr mit „kleinen künstlerischen Momenten“ die dröge Wartezeit. Ein junges und aufgeschlossenes Publikum kann sich in Ratzeburg auf „Beach Unplugged“ im Strandbad freuen. Junge Bands und Musiker spielen dabei live und ohne Verstärker.
Die „Zugpferde“ bleiben natürlich im Rennen. „Bismarck und sein Förster“ im Sachsenwald (wird aufgrund anhaltender Nachfrage wieder aufgelegt. Beim Schwarzenbeker Jugendprojekt „Beat ’n‘ Dance“ präsentieren diesmal 70 Mitwirkende „Nothing but love“ – eine fulminante Show mit Tanz, Rap, Rock und Pop von jungen Menschen aus vielen Nationen. Auf Gut Segrahn löst „Young Classics“ die frühere Oper auf dem Lande ab. Und beim Kanu-Wander-Theater entlang des Schaalseekanals und an den Seeufern erscheinen diesmal „Romeo und Julia“. Seit acht Jahren wirkten daran regelmäßig auch Schulen mit, erinnerte Frank Düwel – zahlreiche Schüler- und Lehrerwechsel hätten dieses Engagement nicht gemindert: „Das alles ist zu Hause hier im Kreis Herzogtum Lauenburg. Und das macht klar: Kunst und Kultur haben eine universelle Sprache.“
Noch ein kurzer Schwenk zu den kulturell vermarkteten Veranstaltungen außerhalb des KulturSommers, auf die die Touristik-Fachleute aus der Region schon einmal hinwiesen. Lauenburg freut sich auf den Kurs-Elbe-Tag am 24. April 2016 mit großem Schiffskorso und sieben Shantychören. In Ratzeburg findet vom 30. Juli bis 7. August wieder der mittelalterliche „Racesburg Wylag“ auf der Schlosswiese statt. In Mölln steigen im Kurpark eine „Gartenromantik“ mit Kunsthandwerkern sowie am 2./3. Juli das „Kurpark-Spektakel“ mit Kleinkunstfestival. Geesthacht krönt seine 800-Jahr-Feier mit dem Elbfest vom 9.-11. September. Auch Stormarn hat sich neue örtliche Reize ausgedacht: eine „Sommerbrise“ mit Kultur unter freiem Himmel an den Juni-Wochenenden und „Kunstorte“ mit offenen Ateliers. Kreispräsident Meinhard Füllner gab in seinem Grußwort zu bedenken, dass die Lage des Kreises in der Metropolregion und sein vielfältiges Angebot eine Chance im Tourismus seien. „Wir sind aber nur gemeinsam stark“, mahnte er – es brauche partnerschaftliche Anstrengungen, um den Stand zu halten. Wohl ein Wink gen Ratzeburg, das einen Austritt aus der HLMS zum Jahresende angekündigt hat.