Die Rolle des „Judas“

Der Lübecker Schauspieler Hartmut Lange gastiert mit Lot Vekemans‘ provokanten Ein-Mann-Stück „Judas“ zur Passionszeit in diversen Kirchen – das sollte man sich anhören. Am 5. März spielt er in Mölln, am 12. März in Aumühle.

Mölln / Aumühle – Ganz ohne Kulissen, nur mit seiner Stimme und spärlichen Gesten zieht Hartmut Lange die Zuhörer in seinen Bann, sucht er Antworten auf die Frage: Wer war Judas – Täter oder Opfer? Ein Verräter oder der Mann, ohne den die Passionsgeschichte nicht möglich wäre? In Krummesse und Ratzeburg stand der dramaturgische Monolog im Februar auf dem kirchlichen Spielplan. Noch zweimal besteht in der Region Gelegenheit, das Stück der flämischen Autorin Lot Vekemans in packendem Spiel zu erleben. Am 5. März 2016 spielt Hartmut Lange in der Möllner Hl.-Kreuz-Kirche, Hempschört 34 (18.45 Uhr), am 12. März wird er in der Aumühler Bismarck-Gedächtnis-Kirche, Börnsener Straße 25 (20 Uhr, Eintritt 10,- Euro), erwartet. An seiner Seite steht Kirchenmusikerin Susanne Bornholdt (Orgel ).
In dem Stück erzählt Judas Ischariot seine Geschichte, gibt Facetten einer Persönlichkeit preis und Stoff zum Nachdenken, auch über den christlichen Ansatz hinaus. In den Dramen der flämischen Autorin Lot Vekemanns geht es immer um existenzielle Themen. Sie gibt in ihren Arbeiten Figuren das Wort, die in der Historie zu kurz gekommen sind und zeigt sie jenseits einer Wertung in Gut und Böse. „Judas“ wurde 2007 uraufgeführt, 2012 folgte die deutsche Erstaufführung an den Münchner Kammerspielen.
Hartmut Lange hat sich die Rolle mit einem etwa 45-minütigen Monolog an den Leib gezogen. Er braucht nicht viel, um aus Judas‘ Sicht die Gründe für sein Tun begreiflich zu machen, um Wut, Enttäuschung und Sehnsüchte herauszulassen – wobei er die Verantwortung für sein Handeln nicht verleugnet. Der renommierte Schauspieler lebt in Lübeck. Er blickt auf Engagements an diversen Theatern zurück und arbeitet seit vielen Jahren freiberuflich für Bühne, Film und Fernsehen.