Hochkaräter im Augustinum

Zeitreise in die Breslauer Vergangenheit. Wolf Kampmann liest „Schuhbrücke“ in Mölln.

(gh) Mölln – Im Theatersaal des Augustinums wird am Mittwoch, 9. März, (16 Uhr) ein renommierter Autor zu Gast sein: Wolf Kampmann liest „Schuhbrücke“. Die Geschichte beginnt am Breslauer Hauptbahnhof, 1923, an einem klirrend kalten Wintertag: Fast zehn Jahre ist es her, dass die Brüder Ernst und Robert sich das letzte Mal gesehen haben. Vieles hat sich seitdem verändert. Robert, vor dem Krieg überzeugter Antimonarchist und Demokrat, hat sich in einen Deutschnationalen verwandelt, der sich am Hitlerputsch beteiligte und nun auf der Flucht vor der Justiz ist. In Breslau hofft er, sich verstecken zu können, und zählt dabei auf die Hilfe seines Bruders. Doch die Brüder haben sich nicht nur ideologisch voneinander entfernt.
Über all die Jahre hinweg lieben sie noch immer dieselbe Frau, die beiden eine gemeinsame Zukunft versprochen hat. Es entspinnt sich ein tragischer Konflikt, in dem es schon bald um weit mehr geht als um Loyalität und an dessen Ende 1945 nicht nur Breslau in Trümmern liegen wird.

Wolf Kampmann liest aus seinem Roman, einem packenden Familienepos und ein fein gezeichnetes Porträt einer Stadt im Mittelpunkt des Weltgeschehens. Kampmann arbeitet seit 1989 als freier Musikjournalist für Presse und Rundfunk. Er lehrt in Berlin am Jazzinstitut und an der Hochschule der populären Künste.

Nach der Lesung lädt das Augustinum zum Sektempfang mit dem Autor, der zum Signieren seiner Bücher und zum Gespräch anwesend ist. Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Augustinum Mölln und dem Osburg Verlag. Der Eintritt ist frei.