Politthriller im Elbkino

Am 12. März 2016 läuft im Lauenburger Elbkino „Der Staat gegen Fritz Bauer“ – ein starker Film über den Generalstaatsanwalt, der die Aufarbeitung der Nazi-Zeit in der noch jungen BRD ins Rollen brachte.

Lauenburg – Lars Kraumes 2015 angelaufener Film (105 Minuten, frei ab zwölf Jahren) bringt dem Publikum ein Stück deutscher Zeitgeschichte eindringlich nahe und liefert zugleich das Psychogramm eines faszinierenden Menschen. Der Charakterdarsteller Burghart Klaußner verkörpert den hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer bis in die kleinsten Nuancen mit einer herausragenden Leistung. An seiner Seite spielen Ronald Zehrfeld, Sebastian Blomberg, Laura Tonke, Michael Schenk, Dani Levy und Litt Stangenberg. Die Vorstellung in der Heinrich-Osterwold-Halle beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 6,- Euro, ermäßigt 4,- Euro. Der

Nach seinem Exil in Dänemark und Schweden war Fritz Bauer Staatsanwalt in Braunschweig. Als solcher erreichte er zunächst die Einschätzung des NS-Staats als „Unrechtsstaat“, wodurch die Widerstandskämpfer des 20. Juli rehabilitiert wurden. 1956 wurde Bauer hessischer Generalstaatsanwalt. In dieser Eigenschaft zog er in den Folgejahren alle Prozesse gegen NS-Täter nach Frankfurt – unter seiner Aufsicht begannen die „Auschwitz-Prozesse“. Der Film schildert die Zeit, nachdem Fritz Bauer erfahren hat, dass Adolf Eichmann sich in Argentinien aufhält. Schnell stellt sich heraus, dass er mit seinem Wunsch, den Organisator der Judenvernichtung in Deutschland vor Gericht zu stellen, völlig allein da steht. Während BKA und BND in einem fort gegen ihn arbeiten, trifft Bauer sich mit dem israelischen Geheimdienst …

Der Naziverfolger war kein einfacher Typ. Das zeigt Kraumes Film gleich zu Beginn mit einem kurzen Interview-Ausschnitt mit dem richtigen Fritz Bauer. Dann übernimmt Burghart Klaußner die Rolle – und gemeinsam erzählen sie die Geschichte des Mannes, der dafür sorgte, dass die 1949 gegründete Bundesrepublik Deutschland sich zehn Jahre nach Ende der NS-Herrschaft endlich ihrer jüngsten Vergangenheit stellte.