Spaziergang in die Düneberger Geschichte

„Deutsches Pulver für die Welt“ wurde im Geesthachter Ortsteil Düneberg bis 1918 produziert. Am 17. April lädt der Förderkreis Industriemuseum zu einem gleichnamigen Spaziergang in den früheren Betriebsteil „Elbe“ der ehemaligen Pulverfabrik ein.

Geesthacht – Der etwa zweistündige Sonntagsspaziergang beginnt um 11 Uhr. Die Teilnehmer treffen sich in Geesthacht bei der Firma Riess, Lichterfelder Straße 15. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen. Der Förderkreis bittet um Anmeldung unter Tel. 04152 / 887 78 40 (es wird nur zurückgerufen, wenn der Spaziergang ausgebucht ist).
Jochen Meder vom Förderkreis Insustriemuseum gibt eine kurze Rückschau: Gegründet wurde die Düneberger Pulverfabrik 1876 von dem süddeutschen Pulverfabrikanten Max von Duttenhofer als Pulverfabrik Köln-Rottweil. Dazu pachtete Duttenhofer zunächst ein 20 Hektar umfassendes Gelände im Bereich des heutigen Industrie- und Gewerbegebietes Düneberg. Bis zum Kauf gehörte es zum Besitz des Fürsten von Bismarck. Wenige Jahre nach Inbetriebnahme des Düneberger Werkes 1877 gab es geschäftliche Verbindungen zur Dynamitfabrik in Krümmel, die Vorprodukte, z. B. die Pulverrohmasse – nitrierte Zellulose – nach Düneberg lieferte.
Hier stand die notwendige Ausrüstung zum Walzen und Trocknen des neu entwickelten rauchfreien „Pulvers“. Zuschnitt und Pressung für die nötigen Kaliber sowie ballistische Prüfung konnten hier vorgenommen werden. Zusammen mit Krümmels Sprengstofffabrik nannte man Düneberg und Geesthacht die Pulverkammer Deutschlands. 1918 gab es auf dem Betriebsgelände Düneberg 475 Gebäude und 20.000 Arbeiter und Angestellte. Der Spaziergang führt über das Gelände der Gründung und Produktion bis 1918. Für die Entwicklung von 1933 – 1945 gibt es einen eigenen Spaziergang in die Besenhorster Sandberge zum Werksteil „Birke“.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Produktions- und Lagergebäude gesprengt, rückgebaut und umgenutzt. Im Betriebsteil Elbe entstand Anfang der 1960er-Jahre das Industrie- und Gewerbegebiet Düneberg. In den angrenzenden Wohn- und Verwaltungsgebieten verschwanden dabei auch architektonisch reizvolle Gebäude, so etwa die frühere Konsumanstalt, die bis 1979 als Gymnasium genutzt wurde, ein Gästehaus und ein Verwaltungsgebäude. Alte Fotos und Pläne der Pulverfabrik verdeutlichen beim Spaziergang die frühere Situation und machen heutige Gebäude und Straßenführungen verständlich.