„Lange Nacht“ in der Schwarzenbeker Bücherei

Perdita Schadow hat mit der „Langen Nacht“ in der Schwarzenbeker Bücherei ihren Abschied aus dem Berufsleben mit wunderbarer Werbung für die Vielseitigkeit der Einrichtung verbunden.

Schwarzenbek – „Abschied nehmen ist immer ein zweischneidiges Schwert. Ich gehe mit einem weinenden, aber auch einem lachenden Auge“, sagte spürbar nachdenklich Perdita Schadow in der schön überfüllten Bücherei Schwarzenbek. „Weinend, weil es doch heißt, eine schöne Zeit hinter sich zu lassen. Lachend, weil ich im tiefen Bewusstsein gehe, meiner Nachfolgerin ein intaktes Haus mit einem engagierten und freundlichen Team zu überlassen“, erklärte Schadow und fügte hinzu: „Ich bin ja auch nicht ganz weg. Ich wohne in Büchen und werde bestimmt öfter hier vorbei schauen“.
Nach 33 Jahren ist die Büchereileiterin in den Ruhestand gegangen, feierte ihren Abschied ganz nach eigenem Wunsch: Ohne steifen Festakt, vielmehr mit einer „Langen Nacht der Bücherei“ – mit Grußworten, Lesung, (Kurz-)Vortrag, Erzählungen und Musik. Mehr als 100 Besucher aus Schwarzenbek und Umgebung kamen in die Bücherei, genossen mehrere stimmungsvolle Stunden mit Perdita Schadow und ihrer Nachfolgerin Patricia Fasheh in der Bücherei und Foyer des Schwarzenbeker Rathauses, wo ein Teil der Regale ausgelagert und ein üppiges Buffet aufgebaut wurde.
Die offizielle Abschiedsrede hielt Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig. Sie würdigte die Verdienste der ausscheidenden ersten hauptamtlichen Büchereileiterin in Schwarzenbek. Dann folgte die Vizedirektorin der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, Dr. Mechthild Golczewski. Schwung- und humorvoll sprach sie von der unverändert fundamentalen Bedeutung des Lesens, zugleich aber auch über die gewaltige Veränderung des Leserverhaltens und deren Auswirkung auf alle Lebensbereiche. Die 107-jährige Geschichte (kein Tippfehler!) der Bücherei in Schwarzenbek schilderte Stadtarchivarin Dr. Anke Mührenberg. Dann begann die kurzweilige „Lange Nacht“, die tatsächlich erst kurz vor Mitternacht zu Ende ging. Schon der Auftakt brachte das Verwaltungshaus und den Sitz der Bücherei zum Beben: Als Überraschung hatte eine Mitarbeiterin das Ensemble, in dem sie selbst mitspielt – die Trommlergruppe „Sambalegria“ aus Mölln – nach Schwarzenbek geholt.
Unterhaltsam ging es dann in der Bücherei weiter – mit Jazz am Piano von Gregor Bator, mit der gefragten Erzählerin Anna Malten, die über den Abend mit Kurzgeschichten für Groß und Klein begeisterte. Eine besondere Programmeinlage: Gesang. Von Gregor Bator swingend begleitet sang Susanne Schmidt, Leiterin der Stadtbücherei Geesthacht und somit langjährige Arbeitskollegin von Perdita Schadow, mehrere Jazzstandards. Mit „Those Were the Days“ und persönlichen Abschiedsworten war die bekannte Märchenerzählerin Ingrid Jürgens dabei, die über viele Jahre regelmäßig Märchenstunden in der Schwarzenbeker Bücherei gestaltete. „Ich bin richtig happy. Genau so habe ich mir den letzten Tag vorgestellt“, strahlte am Ende der Langen Nacht der Bücherei Perdita Schadow. Auch ihre Nachfolgerin Patricia Fasheh war angetan: „Sehr nette Atmosphäre und so viele nette Menschen. Ich fand es klasse!“