Festival 2016 mit viel Kunst und frischer Brise

94 Veranstaltungen in 34 Orten des Kreises bringt uns der KulturSommer am Kanal 2016 – ein fulminanter Auftakt in Lauenburg und frische Brisen bei Künsten und Formaten inklusive …

Lauenburg – Die inspirierte Kooperation mit dem Künstlerhaus Lauenburg macht’s mögliich: Die Eröffnung des 11. KulturSommers am Kanal in der Lauenburger Altstadt verspricht den Besuchern eine Ballung zeitgenössischer Künste, die es so noch nicht gegeben hat. Durch den KulturSommer vom 9. Juli bis 8. August 2016 wehen einige frische Brisen. Und jetzt schon ist klar, dass Intendant Frank Düwel und sein Team auch für nächstes Jahr engagiert sind, wie Stiftungsvizepräsident Wolfgang Engelmann bei der Programmvorstellung in Lauenburg bekannt gab. Die Stiftung, Partner und Sponsoren stellten dabei auch Highlights, News und Perspektiven vor.
Relevanz für Kulturarbeit
Der KulturSommer am Kanal wie auch das Künstlerhaus Lauenburg genießt in der Region höchste Wertschätzung und strahlt weit über den Kreis hinaus. Die Kooperation in diesem Jahr scheint für beide ein Glücksgriff – nie zuvor konnte der KulturSommer so viel zeitgenössische Kunst bündeln, nie zuvor war das Künstlerhaus so intensiv in die Veranstaltugnsreihe der Stiftung Herzogtum Lauenburg eingebunden. Die Leistung des Künstlerhauses für Kunst und Kultur in der Region sei enorm, sagte Frank Düwel: „Es wirft Steine in das Wasser der Kunst. Die dadurch entstehenden Kreise sind eine große Freude.“ Mit dem neuen Programmheft gebe es „ein ganzes Buch voller Gründe mehr, nach Lauenburg zu fahren“, merkte Bürgermeister Andreas Thiede an. Die ansteckende Begeisterung des KulturSommers ziehe das Künstlerhaus mit, das enorme Kulturarbeit für Stadt und Region leiste. „Das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, auch wenn alle aufs Geld schauen“, so Thiede.
Teil des Kreismarketings
Tourismus und Kultur seien keine Konkurrenz, sondern brauchten einander, betonte HLMS-Geschäftsführer Günter Schmidt. Der KulturSommer biete ein dickes Bündel neuer Produkte für den Tourismus und tolle Veranstaltungen für Einheimische und Gäste, deren Mundpropaganda nicht zu unterschätzen sei, so der Touristikchef. Die lokale Präsenz bei überregionaler Wirkung, das Nebeneinander von Bodenständigkeit und Gästeorientierung, die hohe Zugkraft des niedrigschwelligen Angebots – all das mache der Kreissparkasse das Sponsoring leicht, bekannte Marketingleiter Marco Pries. Alles wirke so einfach im Kultursommer – dahinter stecke jedoch viel Arbeit von Profis und ehrenamtlichen Kräften. Dieses Zusammenwirken und das künstlerische wie kulturelle „Zusammenwachsen zu einer gefestigten Gemeinschaft“ betonte Kreispräsident Meinhard Füllner in seinem Statement. In weiter Umgebung gebe es kein Kulturevent, das dem KulturSommer Innovation und Kreativität („Frank Düwel ist ein Synonym dafür“) vergleichbar sei.
Nun zum Programm. Das Heft („Reisebegleiter“) und eine separate kalendarische Übersicht stehen unter kultursommer-am-kanal.de zum Download und Blättern bereit. Die Broschüren liegen in Kürze bei der Stiftung, den Veranstaltern und engagierten Gemeinden, in allen Filialen der Kreissparkasse und bei den Touristinformationen aus. Aus dem KulturSommer wird auch unser Kulturportal wieder berichten.
Fulminantes Opening
Die Eröffnungsfeier am 9. Juli wird ein Fest der zeitgenössischen Künste, die das Künstlerhaus Lauenburg über seine aus aller Welt kommenden Stipendiaten in hoher Dichte und Qualität zu generieren vermag. Aus den Kreisen der „Ehemaligen“ haben vier Klangkünstler (Heiko Wommelsdorf, Tobias Klich, Cheng-Wen Chen, Noriko Kawakami), vier Schriftsteller (Dagrun Hintze, Nicole Schuck, Alexander Häusser, Dr. Michael Zeller) und fünf bildende Künstler (Eva Ammermann, Jimok Choi, Hendrik Loerper, Frank Radmacher, Paul Sochachki) ihre aktive Mitwirkung zugesagt. In der nahen Stadtgalerie sind die vier Künstlerinnen aus der 16. Stipendiatengeneration präsent (Uschi Koch, Erdmute Prautzch, Nana Schulz, Anne Staszkeiwicz), im Hause selbst stellt die 30. Generation mit Janine Eggert, Christian Helwing, Donny Karsadi, Janko Marklein und Benjamin Zuber aus. In der Jugendherberge „Alte Zündholzfabrik“ wird – Premiere – eine Ausstellung mit Stipendiatenwerken aus dem Privatbesitz von Lauenburger Bürgern gezeigt.
Mitten hinein in diesen gemeinsam inszenierten künstlerischen Mix platziert der KulturSommer Swing und Tanz, Figurentheater mit „Herrn Huber“ aus dem neuen Format „Schöner Warten“, fantasievolle Streetart von Schülern der Albinus-Schule („Von der Erde zum Himmel“), markanten Trommelklang aus Geesthacht (Oberstadt-Trommler Bertha-von-Suttner-Schule) und das ArtCaching „LTE Eden“ – bei dem Mobiltelefone über dem Kirchplatz schweben werden, die über QR-Codes angerufen und zum Klingen gebracht werden können. Ein pralles Programm, das vom Startschuss um 14 Uhr auf dem Kirchplatz bis zum Konzert um 20 Uhr in der Osterwold-Halle seinen eigenen Sog zu entwickeln verspricht. Die Feierlichkeiten des Künstlerhauses zum 30-jährigen Bestehen umfassen auch die Anschlusstage (8. bis 10. Juli). So gibt es am Freitag ein Get together“ für Stipendiaten und Freunde des Hauses mit Kurzgeschichten und Barmusik (Alexander und Nicolas Häusser), am Sonntag in der Maria-Magdalenen-Kirche eine Lesung mit Dr. Michael Zeller.
Die neuen Formate 2016
Frischen Wind bringen einige neue Formate. Viel Amusement verspricht „Schöner Warten“. Das Figurentheater wird am 9. Juli in Lauenburg, am 13. Juli in Geestacht und danach an weiteren zentralen Bushaltestellen und Bahnhöfen den Passagieren im öffentlichen Nahverkehr eine Art „künstlerischer Grundversorgung“ angedeihen lassen. Sie werden beim Warten dem „Rentner“ Karl Gustav Huber und seiner kontaktfreudigen Schildkröte Winifred begegnen.
Mit „Young classics“ (30. Juli) steckt Intendant Frank Düwel einen neuen Kurs für das Junge Musiktheater auf dem Lande im Viehhaus Segrahn. Er setzt diesmal keine Oper mit Ensemble, sondern Franz Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ als sommerliches Kammerspiel in Szene. Als junger Müller geht Bariton Tim Maas auf Wanderschaft durch die Höhen und Tiefen der Liebe. Sein musikalischer Gefährte auf der Reise durch Schuberts Musik ist Pianist Lémuel Grave (Klavier). Das aufstrebende Duo wurde in Hamburg für Schuberts „Winterreise“ bereits hoch gelobt und hat sich mit der Direktheit und Emotionalität des gemeinsamen Musizierens auch Düwels Respekt und Regie erworben.
Eine ganz andere Art junger Musik in lässigem Ambiente stellt „Beach unplugged“ (30. Juli) in Aussicht:. Die Bands und Musiker der Kultur-Community laden ein zu einem Tag im Ratzeburger Strandbad: Zur Beachparty auf der Schlosswiese gehören Volleyball, coole Drinks, Sonne auf der Haut und Sand unter den Füßen – dazu live und unplugged die Sounds der Musiker aus der Region.
Die Publikumsmagneten
Das Kanu-Wander-Theater (15. Juli) erzählt in diesem Jahr die Liebesgeschichte von „Romeo und Julia“. An die 100 Aktive von Theatergruppen aus dem ganzen Kreis spielen mit. Wer sich das Erlebnis nicht erpaddeln möchte, kann in diesem Jahr erstmalig hautnah einige Szenen in einer Preview am 10. Juli (17 Uhr) am Gemeindezentrum Salem erleben.
Das junge Projekt Beat´n´ Dance in Schwarzenbek zeigt mit „Nothing but love“ am 15. Juli eine Show über die Liebe. Rund 60 Talente – darunter gut 20 junge Syrer – singen und tanzen ihre Geschichten, inspiriert durch unterschiedliche Rhythmen, Sounds und Sprachen. „Beat ’n‘ Dance habe sich auch „zu einem Projekt mit beständiger Integration von Migranten entwickelt“, so Frank Düwel. Eine Wiederaufnahme aufgrund großer Nachfrage gibt es im Sachsenwald: „Bismarck und sein Förster“ werden sich erneut beim theatralen Spaziergang mit dem Publikum (16. Juli) in Gesprächen und Wald rund um Friedrichsruh verlieren und/oder nahe kommen.
Zur Aufführung gelangen soll (2015 wegen eines Gewitters abgesagt) nun auch das lange ersehnte Musikprojekt „Der Klangsee“ am Ufer des Pinnsees bei Mölln. Die am Ufer sitzenden Zuhörer können sich der Musik über dem Wasser hingeben. 50 Dozenten und Schüler der Kreismusikschule werden in diesem eigens komponierten Werk mit ihren Blasinstrumenten und Schlagzeugen Melodien, Klänge und Rhythmen über den See schicken. In Geesthacht will das ArtCaching „City and Satellites“ in diesem Jahr „die Partitur einer Stadt“ erlauschen (23. Juli bis 7. August). Die Teilnehmer lassen sich mit ihrem Smartphone via GPS durch die Stadt zu versteckten Kunstwerken führen und bringen damit den 800 Jahre alten Ort zum Klingen. Jan Dietrich und Manfred Scharfenstein bringen in diesem Projekt gestreamte Kompositionen und klingende Objekte in eine Art Dialog mit den Alltagsgeräuschen der Stadt. Das Projekt entsteht in Kooperation mit StimmeX, das als experimentelles Musiktheater für Hamburg durch die dortige Kulturbehörde / Hamburgische Kulturstiftung gefördert wird.
Musik, Kultur und Kunst genießen
Musik und Klang sind beim KulturSommer natürlich an vielen Orten zu hören – Kirchen, Scheunen, Hallen und Gärten öffnen sich der Musik. Gemeinden lassen Kultur und Kunst zu sich kommen – unter anderem Dalldorf, Gudow und erstmals auch Güster. Die bildenden Künstler stellen mit ihren offenen Ateliers, Aktionen und Ausstellungen inzwischen das Gerüst des KulturSommers. Es wird auch Gelegenheiten geben, selbst aktiv zu werden. Blättern Sei ruhig schon einmal durch das Programm aufwww.kultursommer-am-kanal.de, bis wir Ihnen die nächsten Einblicke an dieser Stelle gönnen.