Auf den Spuren Alfred Nobels

Der Förderkreis Industriumuseum Geesthacht lädt am 22. Mai wieder ein zu einem Historischen Spaziergang über den Krümmel.

Geesthacht – Die Teilnehmer werden unter sachkundiger Führung das Gelände der ehemaliegn Dynamitfabrik Krümmel kennenlernen, die 1865 von Alfred Nobel als Nitroglycerinfabrik gegründet wurde. Der Sonntagsspaziergang durch den Wald dauert etwa zwei Stunden. Start ist um 11 Uhr am Hotel „elb-matrose“ (ehem. Krümmeler Bahnhof) an der Elbuferstraße 72. Festes Schuhwerk und dem Wetter angemessene Kleidung werden empfohlen. Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden für die Arbeit des Förderkreises sind jedoch willkommen. Um Anmeldung unter Tel. 04152 / 887 78 40 wird gebeten – es wird nur zurückgerufen, wenn der Spaziergang ausgebucht ist.
Der Ausflug in die Geesthachter Industriegeschichte widmet sich der Entstehung und Entwicklung der Sprengstoffproduktion bis 1945. Der Spaziergang führt über teilweise verschlungene Wege durch den Wald zum Krümmeler Wasserturm, einem Gebäude aus dem Kriegsjahr 1916. Das Gebäude zur Wasserversorgung einer Nitrozellulosefabrik ist eines der letzten Original-Bauwerke der ehemaligen Sprengstofffabrik. Die dreißig Meter hohe, verklinkerte Stahlbetonkonstruktion des Turmes mit klarer Fassadengliederung und Kuppeldach, das sich weithin sichtbar über den Wipfeln des Geestwaldes erhebt, gilt als herausragende Architekturleistung für ein Industriegebäude ihrer Zeit. Erst 2011 wurde entdeckt, dass es sich um ein Gebäude des seinerzeit auch international sehr beachteten Architekten Hermann Distel (1875 bis 1945) handelt, der u. a. das Hörsaalgebäude der Hamburger Universität, moderne Zweckbauten und Krankenhäuser entworfen hatte. Die Stadt Geesthacht besitzt mindestens sieben Distel-Gebäude – sie stehen inzwischen unter Denkmalschutz.
Der Spaziergang führt an Gebäuderuinen vorbei, an denen Erklärungen über die Produktion im Werk gegeben werden. Am Geesthang oberhalb des Kernkraftwerkes entlang geht die Führung bis zum „Gartenplatz des früheren Direktorenwohnhauses“, der vor einigen Jahren wiederentdeckt wurde. Das Direktorenwohnhaus aus dem 19. Jahrhundert wurde 1924 rückgebaut. An seine Stelle trat ein neues Verwaltungsgebäude, das im Zentrum des Nobelplatzes zu sehen ist. Alte Pläne und historische Fotos geben tiefere Einblicke in die Vergangenheit.