Kino, Geschichten und Musik im Bündel

Rogers und Astaire, Bergman und Bogart, Knightley und Cumberbatch, Divertimento und Kantoristen, Lück und Schack – mit all denen kriegt es zu tun, wer sich im Juni das Kulturprogramm des Augustinums in Aumühle zu Gemüte führt.

Aumühle – Ganz viel Kino mit weltberühmten Paaren, pointierte Musik und journalistische Gespräche stehen zum Beginn des Sommers im Mittelpunkt des abwechslungsreichen Programms am Mühlenweg 1. Alle Vorstellungen und Termine sind öffentlich – hier wie üblich unsere Auswahl.

Starkino im Cinema Augustinum

Einen neuen und zwei alte fanverdächtige Kinofilme präsentiert das Augustinum in Kooperation mit dem Filmring Reinbek. Los geht es am Sonntag, 5. Juni 2016 (19.30 Uhr Theater / Eintritt 6,- Euro) mit „The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“ (USA/UK, 2014). Benedict Cumberbatch und Keira Knightley spielen die Hauptrollen in der Filmbiografie von Regisseur Morten Tyldum. Erzählt wird die Geschichte des genialen Mathematikers Alan Turing, der zu Beginn des 2 Weltkriegs vom britischen Geheimdienst engagiert wird, um den Enigma-Code der deutschen Wehrmacht zu knacken. Durch die Verschachtelung dreier Zeitebenen erhält der preisgekrönte Spielfilm seine erzählerische Finesse. Und wie beiläufig zeichnet er dabei das Portrait einer Gesellschaft, in der nicht nur die Arbeit des Geheimdienstes auf Schein und Spiel, Trug und Mimikry basiert.

Nur wenig später folgt einer der größten Kinoklassiker überhaupt: Am 19. Juni (19:30 Uhr Theater / 6,- Euro) sind Ingrid Bergman und Humphrey Bogart in Michael Curtiz‘ „Casablanca“ (USA 1942) zu sehen. Über die Handlung muss man wohl nichts mehr erzählen. Humphrey Bogart ist der gebrochene Held, der nur durch Zynismus überlebt, Ingrid Bergman die Frau, die zwei Männer liebt und sich nicht entscheiden kann. Ebenfalls in Kooperation mit dem Filmring Reinbek beeindrucken dann am 28. Juni (19.30 Uhr Theater / 6,- Euro) „Die Tänzer vom Broadway“ – Fred Astaire und Ginger Rogers brillieren in Charles Walters‘ Filmmusical mit ihrem ganzen tänzerischen können. In diesem Film spielen die beiden ein Tänzerehepaar, dessen Karriere und Ehe vor einer schweren Prüfung steht. „Die Tänzer vom Broadway“ war der letzte gemeinsame Film von Astaire und Rogers. Und wer noch nicht genug hat von Hollywood: Im Juli geht es weiter mit Stars wie Audrey Hepburn, Cary Grant und Clark Gable.

Ein Meer voller Geschichten

Um etwas Zeit- und Grenzenloses in Zeiten von Twitter und WhatsApp führen am 6. Juni Oliver Lücks „Flaschenpostgeschichten“. In seiner Autorenlesung (17 Uhr Theater / 6,- Euro) spürt der Journalist und Fotograf fast 40 Briefen nach, die eine Frau in Lettland am Strand vor ihrer Haustür in Flaschen gefunden hatte. Beantwortet hat sie diese nie – doch Olivier Lück war zwei Jahre in den Ländern rund um die Ostsee unterwegs, um die Geschichten hinter den Nachrichten herauszufinden. Seine Recherche nahm ungeahnte Ausmaße an: Er traf Schriftsteller und Erfinder, Meeresforscher und Strandpolizisten. Er tauchte ein in ein Meer voller Geschichten.

Um einen Journalisten und Autor geht es auf ganz andere Weise auch am 13. Juni (19 Uhr Theater / 6,- Euro): „Begegnungen mit Peter Scholl-Latour“ verspricht der Journalist und Publikzis Ramon Schack in seiner Lesung. Er erinnert an Scholl-Latour, der als Reporter das Bild der Deutschen von der Weltpolitik prägte und mit seinem Sachbuch „Der Tod im Reisfeld“ Millionen von Lesern fand. Basierend auf freundschaftlichen Begegnungen und Gesprächen vermittelt Ramon Schacks sehr persönliches Porträt das Lebensgefühl und die Weltanschauung des prominenten Reporters vor dem Hintergrund der politischen Umbrüche und historischen Umwälzungen, von denen er über ein halbes Jahrhundert hinweg berichtete. Im Augustinum wird Schack die Lesung aus seinem Buch mit dem Erzählen persönlicher Erlebnisse verbinden, dabei Freiraum für Nachfragen und Kommentare lassen.

Instrumentales und Vokales

Mit „Klassik am Abend“ sorgt das Hamburger Trio Divertimento am 9. Juni (19 Uhr Theater / 14,- Euro) für den guten Ton im Hause. Die drei erfahrenen Musiker spielen ein kurzweiliges und packendes Programm mit Solo-, Duo- und Trio-Werken von Franz Schubert, Niccolo Paganini, Franz Liszt, Johan Halvorsen und Ludwig van Beethoven. Am Klavier sitzt Thomas Böttger, Konzertpianist, Liedbegleiter, international hoch geschätzter Komponist und Autor zahlreicher fundierter Musiksendungen. Gerda Angermann ist in ganz Mitteleuropa als Cellistin unterwegs und wird gerühmt wegen der Tonschönheit ihres Spiels. Geiger Karl Henke war mehr als drei Jahrzehnte Konzertmeister des NDR-Sinfonieorchesters und leitete viele Jahre das von ihm gegründete, ohne Dirigent spielende Radio-Kammerorchester Hamburg.

Sommerliche Vokalmusik bieten die „Kantoristen“ aus dem Kirchspiel Bergedorf am 24. Juni (19 uhr Theater / Eintritt frei, Spenden willkommen). „Geh aus mein Herz und suche Freud“ heißt ihr Programm mit heiterem bis besinnlichem Liedgut von Johann Hermann Schein bis George Gershwin. Das Ensemble besteht aus sechs Kirchenmusikern, die einmal mit ihren Chören die Rolle tauschen wollten. Daraus entstand ein wunderbares Konzert – und die „Kantoristen“: Henrike Schäfer, Michaela Ahlers, Eva Kleßmann, Maja Winteler, Christopher Ledlein und Klaus Singer. Im Augustinum werden sie mit einem Highlight-Programm zu Gast sein.