Werke von August Emil Ackert im Museum

Noch bis zum 30. Juni zeigt das Kreismuseum in Ratzeburg auf dem Domhof eine Sonderausstellung.

(gh) Ratzeburg – Ausstellung mit Werken des Ratzeburgers Emil Ackert, der Lehrer an der Lauenburgischen Gelehrtenschule war, sind zu sehen. Das Kreismuseum verwahrt seinen gesamten künstlerischen Nachlass von 140 Werken: Ölskizzen, Bleistiftzeichnungen, Holzschnitte, Radierungen, Linolschnitte, Kupferstiche, Scherenschnitte, Kreidezeichnungen, Aquarelle und Gouachen – er beherrschte alle Techniken virtuos.

Neben qualitätvollen Stillleben mit wunderbar subtiler Farbgebung und eindringlich-naturalistischen, weißgehöhten  Porträt-Studien auf blauen Papieren, die in der Ausstellung mit einer umfangreichen Serie von 21 bäuerlichen Charakter-Köpfen aus dem Umland vertreten sind, hat Ackert auch viele Ansichten von Ratzeburg gestaltet.

Von gelegentlichen Versuchen mit der Stilrichtung des Symbolismus zeichnete und malte er in der traditionellen, akademischen Art des späten 19. Jahrhunderts – die modernen Stilrichtungen des 20.Jahrhunderts hat er nie mitgemacht.

Die künstlerische Qualität seiner Werke ist oft sehr beeindruckend und steht im Gegensatz zu dem Wenigen, was wir über ihn wissen: Der in Velbert geborene Rheinländer, der seinen rheinische Dialekt auch im Lauenburgischen beibehielt, unterrichtete von 1907 – 1945 Zeichnen, Kunsterziehung und Kunstgeschichte in allen neun Klassen an der Lauenburgischen Gelehrtenschule. Er galt als originell und freundlich, aber auch launisch. Er wurde als klein und rundlich, mit Stirnglatze und schütterem Haar, Künstlerhut und kleiner, runder Brille sowie einem buschigem Schnurrbart beschrieben und ehemalige Schüler konstatierten ihm eine Ähnlichkeit mit Lehrer „Bömmel“ aus der Feuerzangenbowle.
Die Ausstellung ist täglich, außer montags, von 10-13 und 14-17 Uhr geöffnet.