Premierenlesung

Er gehört zu den renommierten Autoren Norddeutschland`s und überzeugt seine Leser mit gut recherchierten Romanen. Schriftsteller Christoph Ernst stellte sein neues Werk vor.

Von Brigitte Gerkens-Harmann

Neu-Horst – Kein Bühnenbild, kein Samtvorhang und auch keine Schauspieltruppe – doch Kopfkino gab´s reichlich! Denn ein spannender Kriminalroman wurde in Auszügen präsentiert. Schriftsteller Christoph Ernst hieß bei der  Premierenlesung im Theater im Stall über 40 Literaturfreunde willkommen und sorgte mit seinem ebenso launigen wie interessanten Vortrag für Furore. Bequem und entspannt in einen alten (Theater) Sessel gelehnt, las der Schriftsteller aus seinem neuen Werk. „Ansverusfluch“. Es sei, so Ernst bei der Vorstellung, ein „hartgesottener Heimatroman“. Durchaus nachvollziehbar für viele der Besucher, die aus der Region stammten, denn Ernst hatte die Topographie des Landkreises immer fest im Buch verankert. Ratzeburg und das Umland spielen in diesem Krimi entscheidende Rollen.

Der 57-Jährige gab in den informativen Zwischenmoderationen seine ganz persönlichen Ein- und Ausblicke: "Ich liebe Norddeutschland und mag Heimatromane. Zugleich wirft das Buch durchaus ernst gemeinte Fragen auf. Es skizziert historische Ereignisse, die uns bis heute prägen, und zwar weit mehr, als wir uns dessen bewusst sind. Der Konflikt, um den es dabei geht, ist weder einmalig noch aufs Lauenburgische beschränkt. Hier springt er einen nur überall an.“
Sehr harmonisch und als Duo-Partner eine echte Entdeckung war Rolf Bader. Der Musik-Wissenschaftler und virtuose Gitarrist, begleitete Chr. Ernst erstmals bei einem öffentlichen Auftritt und  – so sei hoffnungsvoll vermutet – nicht zum letzten Mal…
Gastgeber Theaterdirektor Gösta Harbs, ließ es sich nicht nehmen, nicht nur die Gäste zu begrüßen, sondern auch auf die lange und gute Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller hinzuweisen. Das von Ernst mit Co-Autoren entwickelte Theaterstück „Tahoma“ wurde vor fünf Jahren im Stall-Theater uraufgeführt. Damals, im Rahmen des KulturSommers am Kanal. Mit seinem neuen Krimi ist Ernst auch in diesem Sommer in der Region zu erleben: Am 15. Juli im Antik-Cafe`Labenz und einen Tag später in der Kulturscheune der Alten Schule Klein Zecher.
Hier wohnt und lebt er, hier entstehen seine Romane und Krimis, die Kurzgeschichten und Essays. Ernst, der auch Sprecher des Literaturbeirats der Stiftung Herzogtum Lauenburg ist, arbeitet derzeit an einem neuen Roman.

Leseprobe aus „Ansverusfluch“: Privatermittler Jacob Fabian hat mit Märtyrern sonst wenig am Hut, doch als man Georg Fiedler des Mordes verdächtigt, landet er mitten in den Wirren der Slawenmission. Denn das Opfer ist genau dort aufgetaucht, wo Fiedler kurz zuvor die mumifizierte Leiche einer jungen Slawin entdeckt hat. Die Frau kam vor fast 1000 Jahren um, zur selben Zeit wie Ratzeburgs Heiliger Ansverus, der 1066 gesteinigt wurde. Fabian dämmert, dass Fiedlers Fund die Tat ausgelöst hat. Zusammen mit einem klugen Pfarrer gräbt er sich durch Geschichten über Mönche und Slawen. So stößt er auf die »Ansverus-Bruderschaft«, einen Geheimbund, der einst Angst und Schrecken verbreitet haben soll. Die Dinge überstürzen sich, als er erfährt, dass die Bruderschaft noch nach dem Krieg Nazi-Verbrecher aus Deutschland hinaus geschafft hat. Mit einem Mal tun sich tödliche Verstrickungen bis in die Gegenwart auf.
Christoph Ernst, Ansverus-Fluch, Kriminalroman, ISBN 978-3-86412-093-0
10,99 Euro