„Bühnenreif“ gastierte mit "Mona & Lisa" im Viehhaus

Theaterfreuden auf dem Land:120 Besucher amüsierten sich köstlich bei einem Psychokrimi im Kammerspiel-Kleid.

Von Brigitte Gerkens-Harmann
Segrahn – Gab es das schon einmal im Viehhaus Segrahn? Vermeintliche Mörderinnen mit Revolver und (blutverschmiertem) Messer. Ehebrecherinnen, Lügnerinnen und tiefenentspannte Freundinnen, die eine groteske Therapiesitzung wie einen Psychokrimi gestalten. Ausgespielt wurden durchgeknallte Szenerien mit fetziger Wortakrobatik von Angela Bertram und Maren Lubenow als Mona & Lisa.
Gastgeberin Ilsabe von Bülow zeigte sich hingerissen von diesem Kammerspiel auf der improvisierten Bühne im Viehhaus. Das Stück stammt aus der Feder des Dramaturgen Hermes Schmid. Mit Angela Bertram und Maren Lubenow standen in Segrahn die beiden wohl herausragenden Schauspielerinnen und Regisseurinnen auf der Bühne, die im Ensemble der Cumpaney (Neu-Horst) derzeit spielen. Als gefeiertes Duo agierten beide schon in vielen Inszenierungen, unter anderem in ihrem selbstgeschriebenen Werk „Nur nicht aus Liebe weinen“, einem „Dauerbrenner“ im Stall-Theater-Spielplan.
Bertram und Lubenow kennen also sehr gut, diese intime Form des Zusammenspiels. Auch bei „Mona & Lisa“ hatten sie ein enormes Textpensum zu bewältigen mit blitzschnellen Dialogen, die das Stück zu immer neuen Spannungsbögen trieben.
Die temporeiche und mitunter durch überraschende Wendungen an eine Farce erinnernde Story, hat eine deutliche psychologische Ausrichtung: Es geht um Frauen, wie sie lieben und leiden in der Gesellschaft mit den Status-Symbolen, die nur mühsam Kälte und Leere überdecken können. Da hilft nur eine dekadente Pseudo-Therapie. Entworfen, um sich die geheimen (sexuellen) Sehnsüchte und die unterdrückten (kriminellen) Wünschen zu stellen.
Begeisterter Applaus von den 120 Besuchern war den beiden Schauspielerinnen sicher. Mit Rosensträußen aus dem Gutsgarten der Familie von Bülow, gab es ein freundliches Dankeschön.