„Beim Namen nennen“

Gotteshaus und Kunst: Das Künstlerehepaar Heidrun und Hans Kuretzky aus Borstorf wird mit Kalligraphie und keramischen Skulpturen überraschende Erkenntnisse sichtbar machen.

Von Steffi Niemann
Breitenfelde – Die meisten Kirchen haben einen Namen. Einen Namen, der sie unverwechselbar macht. Nun soll auch die frühgotische Kirche in Breitenfelde endlich ihren eigenen Namen erhalten. Dazu wird ab dem 16. Juli die  Ausstellung „… beim Namen nennen …“ in und um die Kirche gezeigt.

Denn:  Alle Kirchen, die vor der Reformation (1517) erbaut wurden, tragen den Namen eines oder einer Heiligen. Zwei mögliche Vorschläge, sogenannte Ekklesionyme*, sind die beiden Heiligen „Michael“ und „Maria Magdalena“. „Sie sind zwei biblische Persönlichkeiten mit sehr spannenden Eigenschaften, die in der Ausstellung beschrieben werden und von denen es bemerkenswerte Zeugnisse in der Kirche gibt“, informiert der Breitenfelder Pastor Frank Lotichius.
Das bekannte Künstlerehepaar Heidrun und Hans Kuretzky aus Borstorf wird mit Kalligraphie und keramischen Skulpturen überraschende Erkenntnisse sichtbar machen. „Die Breitenfelder Kirche wurde vor der Frühgotik (1225 bis 1250) erbaut – und gerade sie hat es verdient, endlich einen Namen zu erhalten“, sagt das Paar. „Sie beherbergt sehr alte und gut erhaltene Glasfenster aus dem 13. Jahrhundert“.

Ein genaues Datum für die Namensfindung gibt es allerdings nicht: Die Namensfindung ist ein Prozess, der die Kirchengemeinde und Breitenfelder Bürger länger beschäftigen wird. Die Landeskirche muss einem Antrag des Kirchengemeinderates zustimmen. „Ich habe das Ziel, dass die Kirche zur Neueröffnung nach umfangreichen Renovierungsarbeiten, deren erster Teil im nächsten Jahr beginnen soll, mit einem Namen geweiht wird“, informiert Pastor Lotichius. Geplant sind die Sanierung des Kirchendachs, die Ausbesserung des Mauerwerkes, Erneuerung der Heizung und eine Umgestaltung des Kircheninnenraumes.

Die Vernissage zur Ausstellung findet am Sonnabend, 16. Juli,  von 11 bis 17 Uhr statt. Gegen 15 Uhr rezitiert Schauspielerin Angela W. Röders zum Thema der Namensfindung. Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 8. August 2016 zu den Sommeröffnungszeiten der Kirche an den Wochenenden von 11 bis 17 Uhr.

Hintergrund: Die noch namenlose Breitenfelder Kirche ist eine frühgotische Hallenkirche, das Langhaus ist in drei Schiffe unterteilt. An das Mittelschiff schließt sich der mittelschiffbreite Kastenchor mit drei Fenstern an. 1867 wurde die Kirche grundlegend renoviert und erhielt den heutigen Turm. Bemerkenswert sind die Fenster im Altarraum aus der Mitte des  dreizehnten Jahrhunderts.

„Ekklesionym“  ist der Fachbegriff für „Kirchenname“ – also der Bezeichnung, unter der ein Sakralbau – eine Kirche – in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Die Benennungen erfolgen konfessionell  unterschiedlich. So tragen Evangelische Kirchen aus der Zeit vor der Reformation oft den Namen eines Heiligen oder sie werden nach dem Ort benannt, in dem sie stehen – so wie die Breitenfelder Kirche.