30 Jahre Künstlerhaus Lauenburg

Vom 8. bis 10. Juli 2016 feiert die Internationale Stipendiatenstätte an der Elbe ihr 30-jähriges Bestehen. Den Festakt und einen Teil des Programms verbindet das Künstlerhaus mit dem Opening des KulturSommers am Kanal.

Lauenburg – Mit der Kooperation sehen die Verantwortlichen die zentrale Rolle des Künstlerhauses als Ort für zeitgenössische Kunst im Herzogtum Lauenburg öffentlich gewürdigt. Nach den schweren Hochwasserschäden 2013 und den daraus resultierenden finanziellen Schwierigkeiten des Künstlerhausvereins ist die Jubiläumsfeier keine  Selbstverständlichkeit. Nur kontinuierliches Engagement machte die Weiterführung möglich: die ehrenamtliche Arbeit der Vereinsmitglieder, die das Haus seit 2009 selbst verwalten, und die finanzielle Förderung durch das Land Schleswig-Holstein, den Kreis und die Stiftung Herzogtum Lauenburg sowie der Stadt Lauenburg. „Es war eine große Herausforderung, die den Verein zu neuen Aufgaben und Veränderungen anspornte“, so Vereinsvorsitzende Ulrike Mechau-Krasemann. Mit der neuen künstlerischen Leiterin Marita Landgraf an der Spitze will das Haus sich weiter professionalisieren und seine öffentliche Wahrnehmung stärken.

Get together am Freitag
Mit der 30-Jahr-Feier eröffnen die Einrichtung und ihre Akteure ein neues Kapitel. Die Feierlichkeiten beginnen am Freitag, 8. Juli 2016, mit einem Wiedersehen von ehemaligen Stipendiaten und Freunden. Umrahmt wird der Abend (Beginn 19 Uhr) durch ein Buffet, Kurzgeschichten und Barmusik aus „Im falschen Film“. Akteure sind Autor und Ex-Stipendiat Alexander Häusser und sein Sohn, der Musiker Nicolas Häusser. Im Rahmen der Begrüßung (ab 19 Uhr) wird auch die Aktion „Baustein werden für das Künstlerhaus“ vorgestellt. Wer einen Jubiläumsbaustein erwirbt, hilft damit, einen wichtigen Teil der Stadt als Kunst- und Kulturort zu erhalten. Der Verkauf startet am Freitag, die Bausteine können während des gesamten Wochenendes und auch danach erworben werden. Ein "Bonbon" gibt es auch: Der Hamburger HAW-Absolvent Stefan Fuchs hat einen Holzschnitt gestaltet, der in limitierter Auflage (30 Stück) von Hand gedruckt und verkauft wird. 200,- Euro kostet das kleine Kunstwerk, 150.- Euro für Mitglieder des Künstlerhausvereins. Den Erlös teilen sich Fuchs und Haus. Das Projekt im Rahmen eines neuen Jahresgabenprogramms wird von Christiane und Eckhard Tohde unterstützt. 

Reigen der Künste am Samstag
14.00 Uhr: Die offizielle Eröffnung der Feier (Kirchplatz)  folgt am Samstag, 9. Juli 2016 im Rahmen des KulturSommers am Kanal durch den Intendanten Frank Düwel. Das diesjährige Motto lautet „Aus dem Nichts ins Glück“. Die zeitliche und örtliche Integration in das Opening des Kultursommers soll die Bedeutung des Künstlerhauses mit seinem international renommierten Stipendienprogramm zusätzlich herausheben. Stellt es doch innerhalb Schleswig-Holsteins einen einzigartigen Ort der Künstlerförderung dar und bietet darüber hinaus einen Treffpunkt, an dem die Menschen  verschiedene zeitgenössische Künste erfahren können. Ausstellungen, Lesungen, Künstlergespräche und  Konzerte ermöglichen die unmittelbare Auseinandersetzung und das Gespräch mit den Künstlern. Deren mediale und inhaltliche Vielfalt zeigt sich auch im Jubiläumsprogramm, das von ehemaligen Künstlerhaus-Stipendiaten und regionalen Künstlern gestaltet wird.
14.00 – 18.00 Uhr: Am Nachmittag sind entlang der gesamten Elbstraße Kunst, Performances und Installationen zu entdecken. Ex-Stipendiat Jimok Choi zeigt eine Installtation auf dem Ruferplatz zum Hochwasserstand von 2013, seine Kollegen Hendrik Loerper, Frank Radmacher und Heiko Wommelsdorf sind mit Überraschungen dabei. Das Publikum darf sich mit dem  ArtCaching von Jan Dietrich und Manfred Scharfenstein und dem Figurentheater „Schöner warten“ bekannt machen. StreetArt in der Elbstraße zeigen Schülern der Albinus Gemeinschaftsschule aus Lauenburg. Ausstellungen an vier Orten laden ein: die Erstpräsentation der 30. Stipendiatengeneration mit Janine Eggert, Christian Helwing, Donny Karsadi, Janko Marklein und Benjamin Zuber im Künstlerhaus (Elbstraße 54), die Generation 16 mit Uschi Koch, Erdmute Prautzsch, Anne Staszkiewicz, Nana Schulz und  Antje Wagner in der Stadtgalerie im Hagenström (Elbstraße 28), Eva Ammermann in der Maria-Magdalenen-Kirche (Kirchplatz) sowie Werke ehemaliger Stipendiaten im Privatbesitz von Lauenburger Bürgern in der Jugendherberge Alte Zündholzfabrik (Elbstraße 1).
15.00 Uhr: Die frühere Literaturstipendiatin Dagrun Hintze grätscht mit einer Lesung in die Fußball-Europameisterschaft hinein. „Ausgekontert – Wenn Frauen Fußball verstehen“ heißt es in der Gaststätte Elbgeist (Elbstraße 20) am Tag vor dem EM-Finale.
15.13 Uhr: Schräge Zeit? Sie passt zu Paul Sochacki, der am Ruferplatz mit einer flossigen Fisch-Performance lockt.
16.00 Uhr: Gut zu Fuß sollte sein, wer Nicole Schuck auf ihrem etwa dreistündigen Erzählspaziergang „49 m ü. NHN“ durch Lauenburg begleiten möchte. Wer’s nicht ganz so anstrengend mag oder  mehr auf bildende Kunst steht, kann sich zu Kaffee & Kuchen im Künstlerhaus einfinden und Marita Landgrafs Führung durch die aktuelle Schau der Stipendiaten folgen.
16.30 Uhr: Die Oberstadt-Trommler aus Geesthacht werden erwartet, die unter der Leitung von Dorothea Lemper-Görrissen einen sicher aufmerksamkeitsstarken Auftritt versprechen.
17.00 Uhr: Nun wird es wieder etwas ernster. Vereinsvorsitzende Ulricke Mechau-Krasemann stellt die Aktion „Baustein werden für das Künstlerhaus“ vor und begrüßt dort die Gäste. Grußworte wollen danach Staatssekretär Dr. Eberhard Schmidt-Elsaeßer, Kreispräsident Meinhard Füllner und Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede sprechen. Der Verein will nicht nur das Erreichte feiern, sondern auch zu mehr Unterstützung aufrufen, die für eine Weiterentwicklung „dringend notwendig“ ist. Finanzielle Förderung wie auch neue Mitglieder wären hilfreich.
18.00 Uhr: Christoph Tannert, Künstlerischer Leiter des Künstlerhauses Bethanien (Berlin) steuert den Festvortrag bei. Sein Thema: „Utopien, Sinnhaftigkeit und Nutzen von Künstlerhäusern“. Musikalisch begleitet wird er von der Flötistin Yeweon Kim ( Hamburg).
20.00 Uhr: Mit zeitgenössischer Musik von ehemaligen Kompositionsstipendiaten klingt der Abend aus. In der Heinrich-Osterwold-Halle an der Elbstraße 145a treten Tobias Klich, Noriko Kawakami und Cheng-Wen Chen mit eigenen Werken auf.

Auf Wiedersehen am Sonntag
Ihren Abschluss finden die Feierlichkeiten am Sonntag, 10. Juli 2016.
11.00 Uhr Gottesdienst in der Maria-Magdalenen-Kirche mit einer Lesung des ehemaligen Literaturstipendiaten Dr. Michael Zeller. Danach gibt es im Künstlerhaus einen Wiedersehensgruß, bei dem Eva Ammermanns „Wasserkringel“ verzehrt werden können. Alle Veranstaltungen sind öffentlich.

Mit wertvollen Begleitern
Dass das Künstlerhaus seinen 30-jähriges Bestehen wirklich feiern kann, liegt (auch) an den Förderern der Einrichtung. Sie haben dazu einen wertvollen Beitrag geleistet: KulturSommer am Kanal 2016, Stiftung Herzogtum Lauenburg, Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein, Ministerium für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein, Stadt Lauenburg/Elbe, Kreissparkasse Herzogtum  Lauenburg, norden theaterproduktion, Hitzler Werft, Eckhard Tohde, Lions Club Herzogtum Lauenburg, Versorgungsbetriebe Elbe GmbH, Mewa Textil-Management, Deutscher Musikrat, Reich Schifffahrtsbetriebe, Dan Pipe & Dan Tabacco, Provinzial Guido Landsmann, Lauenburger Baumarkt, Ahoi Werbung.