Kunst-Dialog

Im Barlach-Museum "Altes Vaterhaus" in Ratzeburg gibt es bis Oktober eine Ausstellung, die eine Annäherung zwischen Ernst Barlach und Jorge Rando wagt.

(gh) Ratzeburg – Die Ausstellung „Ernst Barlach – Jorge Rando. Begegnung“ wird bis zum 2. Oktober verlängert. Im Ernst Barlach Museum Ratzeburg treten 80 zum Teil großformatige Gemälde, Aquarelle und Miniaturen Jorge Randos in Dialog mit den Figuren Ernst Barlachs. Obwohl zwischen den beiden Künstlern mehr als 80 Jahre liegen, sind ihre Werke sich thematisch und in der Intention sehr nahe.
Beide kritisieren den Zustand der Welt, das materialistisch und egozentrisch ausgerichtete Denken und Handeln in der modernen Welt, das soziale Gerechtigkeit und Frieden aber auch die natürliche Ressource Erde immer noch, oder vielmehr, immer weiter bedroht. Die Ausstellung wird realisiert in Kooperation mit dem Museum Jorge Rando in Málaga, Kuratorin: Heike Stockhaus.
Die Veranstalter informierten: "In der Ausstellung finden sich verschiedene Themengruppen: Die frühesten Bilder stammen aus der Reihe „Afrika“, die Rando nach mehreren Reisen bereits in den späten 1970er Jahren zu malen begann. Sie sind so aktuell, als hätte er sie gestern gemalt haben können. Die Korrespondenz mit den Menschenbildern Barlachs, die nach dem 1. Weltkrieg entstanden sind und die Frage nach der Zukunft der Moderne zum ersten Mal in ihrer ganzen Tragik zum Ausdruck brachten, stellt die Frage nach Fortschritt und Fairänderung der Welt heute. Sind wir wirklich weiter gekommen seitdem? Was muten wir der Natur, was muten wir unserer Erde zu? Wie wollen wir die Katastrophe mit dem Klimawandel und seinen Folgen lösen? Die Erhabenheit der Natur ist ein weiteres Thema in der Malerei Jorge Randos."
Auch hier treffen sich Jorge Rando und Ernst Barlach. Barlach hat nie Landschaftliches gestaltet, aber seine Menschenbilder bringen eine spirituelle Energie zum Ausdruck, die sie umgibt und die über die sichtbaren Dinge und die Tragik der Realität hinaus Hoffnung und Gestaltungswillen einer besseren Zukunft begründet. Die Bilder
von Jorge Rando und die Skulpturen von Ernst Barlach fordern auf, gestern wie heute, sich verantwortlich zu fühlen für den Mitmenschen und den Zustand der Welt. Sie sind und bleiben losgelöst von Ort und Zeit, kraftvoll, mahnend, tröstend und unausweichlich. Öffnungszeiten: Di. bis So.,11 bis 17 Uhr