Großartige Uraufführung

Das lange geplante Projekt "Der Klangsee" verzauberte rund 300 Besucher. Mitten im Wald bei Mölln erlebten Musikfreunde ein Konzert der Extraklasse.

Von Brigitte Gerkens-Harmann (Text) und Antje Berodt (Fotos)

Mölln/Pinnsee – Eine Uraufführung am Ufer eines Waldsees, das gab es bisher im anspruchsvollen KulturSommer-Programm auch noch nicht. Der Leiter der Kreismusikschule, Peter Seibert, und 70 Instrumentalisten und Dozenten der Kreismusikschule spielten das Werk „Der Klangsee“, ein eigens für diesen Abend komponiertes Werk. Der Erfolg war den engagierten Mitwirkenden sicher, denn über 300 Besucher zeigten sich beglückt und beschenkt von dieser wunderbaren Musik.

Das Experiment, ein Konzert an einem Waldsee aufzuführen, hat eine Vorgeschichte: Bereits im letzten Jahr standen alle Mitwirkenden in den (musikalischen) Startlöchern, um Musikfreunde mit einem Konzert der Extraklasse zu erfreuen. Das Wetter spielte nicht mit, sodass das Projekt verschoben wurde. In diesem Sommer nun, verteilten sich am idyllischen Seeufer an sechs verschiedenen Ensemblestationen, malerisch verteilt am See, die Musiker.

Zauberhafte Melodien und heitere Rhythmen wechselten sich mit Klängen ab, wie aus dem Elfenreich. Musik von Querföten, Klarinetten, Saxophonen, Posaunen, Hörnern, Euphonien und Schlagzeuggruppen schwangen über das Wasser hin und her. Einzelne Instrumentalgruppen schickten Melodien auf die Reise, die sich über dem See in der Komposition „Der Klangsee“ zusammenfanden. Es gab keine Bühne oder Sitzplätze. Die Veranstaltung war so angelegt, dass die Gäste selbst aktiv werden mussten, um der Musik zu lauschen oder in der Pinnseenatur zu verweilen.

Die Besetzung mit den Dozenten Gerrit Schwab (Saxophon und Komposition), Pirkka Karppinen (Trompete), Marc Löhrwald (Klarinette, Saxophon), Hirokuni Mukai (Posaune und Blechblasinstrumente), Thomas Franz (Querflöte) und Max Zeidler (Schlagzeug) mit ihren zahlreichen Schülerinnen und Schülern entwickelte sich zu einem spannenden Konzertereignis im KulturSommer. Die Gesamtleitung und Organisation lag bei Peter Seibert.

„Es war einfach wunderbar und ich hoffe, es gibt eine Wiederholung“, so freute sich Ann-Marie Schmidt aus Büchen, die mit dem Fahrrad durch den Wald an den verwunschenen Pinnsee geradelt war. Ein Ehepaar aus Bochum, Camper am Ratzeburger See, hatte sich zünftig mit Picknickkorb Decken ausgestattet, um dieser außergewöhnlichen Inszenierung zu lauschen. Unter den vielen Besuchern saß auch Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voß, der ebenfalls die Atmosphäre staunend aufnahm.