„Grund Genug“ (für einen Besuch) in der Stadtgalerie

Am 4. August 2016 eröffnet die Lauenburger Stadtgalerie ihre Sommerausstellung „Grund Genug" mit acht Künstlerinnen und acht Positionen …

Lauenburg – Die Künstlergruppe „Grund Genug“ wurde 2013 von Absolventen der Kunsthochschulen Halle, Leipzig und Dresden gegründet. Zu ihr gehören Caterina Behrendt, Anka Büchler, Frauke Freese, Manuela Henschke, Katharina Müller, Marko Raffler, Daniela Schönemann und Luzia Werner. Sie verstehen ihre Formation als Netzwerk, gemeinsamen Ausstellungsbetrieb und Diskurs. Sie vertreten mit Bildhauerei, Druckgrafik, Zeichnung und Malerei über Assemblage und Objektkunst bis zu Installation und Video/Performance künstlerische Positionen. Was im Einzelnen und im Zusammenwirken daraus entsteht, zeigen die acht Künstler bei der Ausstellung, die sie am 4. August um 19.30 Uhr in der Stadtgalerie, Elbstraße 28, eröffnen.
Alle acht fragen nach Inhalt, Form und Konzept zunächst für sich und treten durch die gemeinsame Präsentation mit den anderen in Beziehung. „Grund Genug untersucht kleinste Einheiten, legt frei und bildet neu, geht in Resonanz, stellt rätselhafte Verbindungen her, vereint Zartheit und Strenge, entwirft Skuriles, Absurd-Komisches und hinterfragt gesellschaftliche Leitbilder“, erklärt Marita Landgraf, die künstlerische Leiterin des Künstlerhauses. Aus der Gruppe heraus bündeln die Kreativen ihr Potenzial für die Weiterentwicklung ihres persönlichen und des kollektiven künstlerischen Raumes. Die Schau wird bis zum 9. Oktober 2016 zu sehen sein, jeweils samstags und sonntags von 14.30 bis 16 Uhr. Die Schaufenstergalerie ist täglich von 11 bis 23 Uhr beleuchtet.
Marita Landgraf hat etwas Background zu den acht Künstlern zusammengetragen. Caterina Behrendt gibt Einblicke in Zeichnung und Siebdruck. Sie erforscht die Möglichkeiten ihres Mediums, formt aus Punkten und Linien Rhythmen und Strukturen, die wachsen, sich überlagern und verknoten, um dann auseinanderzubrechen und sich neu zu finden. Frauke Freese verbindet in ihren sinnlich-einfachen Arbeiten Zartheit und Poesie mit Kraftvollem und formaler Strenge. Spirituelle, rituelle und kontemplative Aspekte zeugen von Sehnsucht, vom Verorten und Transformieren – mit Bezug zum Körper, in Beziehung zum Raum Marko Raffler zeigt das Gewöhnliche auf Abwegen. Die vertraute Form als Assoziationsfläche wird im schöpferischen Spiel mit Bedeutungen und Formen neu arrangiert, dabei entstehenden absurd-komische Bildformen von häufig starker Symbolik. Luzia Werner gibt Figuren ein Gegenüber: Objekte, Figuren, Tiere, Räume oder Gedanken. So tritt das Eigene in Resonanz mit dem Gegenüber und damit gleichzeitig mit sich selbst.
Aus figürlichen und räumlichen Elementen erschafft Daniela Schönemann installative Modelle, die gesellschaftliche und individuelle Setzungen hinterfragen. Die Modellgröße lässt mit Spielzeug assoziieren und ermöglicht einen analytischen Blick von oben. Wolpertinger sind der Ausgangspunkt von den grafischen Arbeiten Anka Büchlers. Angelehnt an diese Fabelwesen entstanden zuerst farbige Collagen, später Schwarz-Weiß-Zeichnungen, die Grundlage für Siebdrucke auf Papier wurden. In jeder Hinsicht delikat sind die im Liebesspiel versunkenen Wesen, ihre Haut, ihre Mimik und Gestik. Raum für subtile Wahrnehmungserfahrungen schafft Manuela Henschke. Auf dem Papier führt sie Elemente aus feingliedrigen Strukturen, Licht und Farbfeldern zusammen. Die Sammlung ist Thema in den Arbeiten von Katharina Müller: Sie sei mit den gesammelten Dingen befreundet,  lasse ihre Objekte überraschend und eigensinnig auftreten, wolle Rätsel aufgeben statt eindeutige Antworten zu geben, sagt sie selbst über ihre Arbeitsweise.