Vielschichtiger Blickwinkel

Unter dem Motto – „Fremd in der Linse“ wird es vom 16. September bis 13. November 16 Veranstaltungen in der Region geben. Das Programm wurde vorgestellt.

(sn) Schwarzenbek – Bereits im Januar dieses Jahres haben sich die Mitglieder des Forums für Kultur und Umwelt im Kreis Herzogtum Lauenburg in einem spannenden Entscheidungsprozess für das diesjährige Thema „Fremd in der Linse“ entschieden. Es wird vom 16. September bis 13. November in 16 Veranstaltungen im Mittelpunkt stehen, wie in einer Linse oder einem Brennglas in den Blick genommen, kritisch hinterfragt und zum Nachdenken anregen.
Mit Blick auf die aktuelle Zuwanderung, aber auch in Erinnerung an frühere Fluchtbewegungen sind mehrere interessante Veranstaltungen geplant. Andere beleuchten das Fremde in neuen Entwicklungen, unbekannten Technologien, die unsere Umwelt verändern werden. Vorträge, Exkursionen, Filmvorführungen gehören ebenso dazu wie der Klassiker gleich zu Beginn der Veranstaltungsreihe am 18. September: „Wald-Pilze-Exkursion mit Verköstigung“ mit Hans-Heinrich Stamer vom BUND Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg.
„Die Besucher können sich auf ein interessantes, abwechslungsreiches Programm überall im Kreisgebiet freuen. Bei fast allen Terminen ist der Eintritt frei, aber wir freuen uns natürlich über Spenden“, verraten die Organisatoren Dr. William Boehart, Gisela Berger und Dr. Carsten Walczok. „Wir können diese Veranstaltungsreihe nur durchführen, weil der Kreis Herzogtum Lauenburg uns mit einem Zuschuss von 9.000 Euro fördert. Als Hauptsponsoren unterstützen die Buhck Stiftung und die Kreissparkasse das Projekt, so dass wir den Mitwirkenden Honorare bezahlen können.“
Schon vor der offiziellen Eröffnung am 16. September lädt das Forum zu einer Finissage ein. Am 4. September um 15 Uhr im Garten des Grenzhus in Schlagsdorf werden noch einmal 21 Künstlerplakate gezeigt. „WeiterDENKEN – 27 Jahre nach der friedlichen Revolution“ werden aktuelle Sichten auf den Prozess der deutschen Einheit vorgestellt.
Mit der feierlichen Eröffnung am 16. September um 19 Uhr im Schwarzenbeker Rathaus bietet das Forum einen der Höhepunkte der diesjährigen Veranstaltungsreihe. Der Journalist Dr. Franz Alt nimmt Stellung zur sogenannten „Flüchtlingskrise“: „Flüchtling Jesus, der Dalai Lama und andere Vertriebene – Wie Heimatlose unser Land bereichern“.
Erstmals dabei sind die „Willkommenskultur Ratzeburg“ und die „Partnerschaft Afrika“ aus Geesthacht, die am Sonntag, 18. September um 11 Uhr im Kleinen Theater in der Schillerstraße den Film „Auf nach Europa – Flucht aus Sicht der Westafrikaner“ mit anschließender Diskussion zeigt. In einer Autorenlesung mit Diskussion stellt die Willkommenskultur Ratzeburg am Donnerstag, 10. November um 19.30 Uhr im Ratzeburger Rathaus das Schicksal von Umeswaran Arunagirinathan vor, der heute als Arzt in Deutschland lebt: „Allein auf der Flucht – Wie ein tamilischer Junge nach Deutschland kam“.
Philosophisch nähert sich Dr. William Boehart dem Thema „Fremd-Sein“ in einem Vortrag über die Bücher „Der Fremde“ von Albert Camus und „Der Fall Meursault – Eine Gegendarstellung“ von Kamel Daoud am Dienstag, 8. November um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Geesthacht.
Sich selbst und anderen Menschen fremd fühlen sich psychisch kranke Menschen. In einem Vortrag mit Diskussion „Irren ist menschlich, doch wann ist man verrückt?“ widmen sich Benedikt Kindermann und Birgit Flemming dem Gedankenaustausch über das Nahe und Fremde in unserer Seele.
Mit einem Ausflug am 22. Oktober in das Auswanderermuseum Ballinstadt zeigt Gisela Berger die Ein- und Auswanderungsgeschichte über vier Epochen auf. „Dieses abwechslungsreiche Programm konnten wir nur zusammenstellen dank des Engagements und Interesses vieler Kulturschaffender, Vereine und Organisationen, die sich in unserem Kreis mit Umwelt und Kultur beschäftigen“, betonen die drei Sprecher des Kulturforums. Sie würden sich auch über das Interesse von Jugendtreffs, Schulen oder Kitas freuen, die sich aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen mit den Themen in der Linse beschäftigen möchten.   
Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.kultur-umwelt.de.