Trauer um Rainer Gualterio Anz

Der viele Jahre in Aumühle ansässige Bildhauer Rainer Gualterio Anz ist tot. Er starb am 29. August 2016 in seinem 79. Lebensjahr in Argentinien.

Aumühle – Rainer Anz war ein Wanderer zwischen Argentinien und  Deutschland. Viele seiner Werke in der Region werden auch nach seinem Tod an ihn erinnern. Genannt seien hier nur das Keramik-Relief im Reinbeker Sachsenwaldforum mit Theaterszenen aus dem Jahr 1983, die „Sportsäule“ an der Gertrud-Lege in Reinbek, der „Muscheljunge“ im Park des Aumühler  Augustinums oder „Forschungssäule“  auf dem Gelände des Helmholtz-Zentrums (GKSS) in Geesthacht. Eine der letzten großen Arbeiten von Rainer Anz war die Figurengruppe „Balance“ für den Glinder Marktplatz.

 

Der Vater von Rainer Anz war Argentinier, seine Mutter Deutsche. Seine künstlerische Laufbahn begann Anz in seinem Geburtsort Córdoba als Volontär in einer Porzellanfabrik. Ab 1960 vervollständigte er in Deutschland seine Ausbildung in verschiedenen bekannten Keramik -Werkstätten wie Selb und Hutschenreuther. Auch wenn er sich immer mehr der Bildhauerei widmete, arbeitete er gern an Silberschmuck.

 

Im Jahr 1978 war die Familie Anz nach Aumühle in die Börnsener Straße gezogen. Im Erdgeschoss der ehemaligen Aumühler Schulleiter-Villa hatte der Bildhauer sein Atelier und lud immer wieder zu Ausstellungen und Veranstaltungen ein. Wie vielseitig Rainer Anz war, bewies er unter anderem, als er im ehemaligen Bahnhof  Friedrichsruh eine Produktion von handgemalten Ofenfliesen anschob. Zum Ausgleich ging er ganz andere Wege. Er arbeitete immer wieder als Varieté-Künstler. Er zauberte und galt als einer der besten Bauchredner in Deutschland.

 

In den letzten Jahren war es still geworden um Rainer Gualterio Anz. Es zog ihn immer wieder für einige Wochen in seine frühere Heimat Argentinien. Dort gründete er mit seiner Frau Henrike in einem Dorf in den Sierras von Córdoba eine kleine Sozialstation.