Pralles Theatervergnügen

Einen feinen Einblick in eine "Beziehungskiste" erlebten die Gäste im Viehhaus mit dem Theaterstück "Halbe Wahrheiten". Darin ging es schwungvoll um das Leben und die Liebe mit allen Facetten.

Von Brigitte Gerkens-Harmann
Segrahn – Fulminantes Theatervergnügen auf Gut Segrahn. Auf die berühmten „Bretter, die die Welt bedeuten“ lud Kulturmanagerin Ilsabe von Bülow das Theater Lauenburg ein. Die Mimen von der Elbe gastierten mit „Halbe Wahrheiten“. Eine klassische Komödie aus der Feder des Erfolgsdramaturgen Sir Alan Ayckbourn, dem vor allem Beziehungsprobleme in ihrer schillernden Art den Stoff zu seinen zeitlos-schönen Stücken liefern.
„Was war das für ein vergnügter Nachmittag“, Ilsabe von Bülow dankte ganz herzlich den vier Schauspielern nach einer ebenso temporeichen wie kurzweiligen Aufführung. Im Theaterstück „Habe Wahrheiten“ ging es um Liebe, Lust, Treue und Eifersucht und um einen schwungvollen und heiteren Rollentausch. Dabei blieben die vier Darsteller in einer geschlossenen Ensembleleistung voller Spielfreude und durchaus anspruchsvollen Aktionen, denn die improvisierte Bühne mit ansprechendem Bühnenbild forderte Kreativität bei den Auf- und Abgängen.
Die typisch britisch gefärbten Dialoge, die vermeintlichen Missverständnisse und die daraus resultierende Situationskomik brachte das junge Paar gespielt von einem hinreißend unbekümmert agierenden Ole Bielfeldt als Greg und der bildhübschen Jana Mehmann, die die Ginny verkörperte, mit hohem Tempo auf die Bühne. Schöner Kontrast – das „alte“ Paar: Elegant mit Spielwitz und großer Sicherheit, Gerlinde Dillge, die als Sheila glänzte. Ihr Gatte und passionierter Schürzenjäger Philip, wurde von Wolfgang Noack temperamentvoll und mit dem Mut zur großen Gestik, gespielt.
Dieser Beziehungstext aus der Feder von Ayckbourn (immerhin vor mehr als 40 Jahren verfasst) überzeugte mit  zeitloser Eleganz und Glaubwürdigkeit, denn so ist das (Liebes) Leben, nicht nur bei jungen, sondern auch bei älteren Paaren, die an ihrer (Paar) Harmonie arbeiten sollten und sich vor den „Halben Wahrheiten“ hüten.
Die Theatergruppe aus dem Südkreis feierte mit der Komödie des Dramaturgen Alan Ayckbourn in Lauenburg bereits Erfolge. Erstmals war das Ensemble unter der bewährten Leitung von Regisseur Andreas Püst, im Viehhaus zu Gast.
Zum Stück:
Ein Paar Pantoffeln unterm Bett bestärken Gregs Verdacht, dass er nicht der Einzige im Leben seiner Freundin Ginny ist. Deshalb folgt er ihr heimlich zum vermeintlichen Haus ihrer Eltern, wo er bei ihrem Vater um ihre Hand anhalten will. Doch unglücklicherweise trifft er dort vor Ginny ein, und Philip, dem er seine Heiratspläne vorträgt, ist keineswegs Ginnys Vater, sondern ihr ehemaliger Chef und Geliebter, den sie besuchen will, um die Affäre zu beenden. Philip wiederum hegt Zweifel an der Treue seiner Frau Sheila und denkt deshalb, dass Greg wohl sie heiraten möchte. Als Ginny auftaucht, eskalieren die Missverständnisse…