Zeitzeuge im BBZ

Geschichtsunterricht mal anders: Eine Befragung des Zeitzeugen Dr. Leo Frankfurt wird es durch die Autoren Christoph Ernst und Heiner Studt geben.

Mölln – Zum Thema "Leben und Überleben in zwei totalitären Systemen" wird Leo Frankfurt, Zeitzeuge des Zweiten Weltkriegs, im Berufsbildungszentrum (BBZ) in Mölln, vor Schülerinnen und Schülern über seine Kriegserlebnisse am 5. Oktober von 11-12.30 Uhr im Musikraum sprechen. Vorab besteht ab 10.30 Uhr die Möglichkeit, Leo Frankfurt zu befragen.
Schon der erste Tag des Unternehmens Barbarossa – des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion im Sommer 1941 – veränderte schlagartig das Leben des jungen Leningrader Wehrpflichtigen Leo Frankfurt, der direkt an der Grenze zum Deutschen Reich auf dem Territorium des okkupierten Polen stationiert war.
Wie Millionen andere Soldaten der von Stalin, im Vertrauen auf Hitlers Vertragstreue, durch willkürlichen Terror geschwächten Roten Armee geriet auch der 20-Jährige beinahe kampflos in deutsche Kriegsgefangenschaft.
Dass er das folgende vierjährige Martyrium als Jude und als stellvertretender Politruk überleben konnte, grenzt an ein Wunder und verdankt sich sowohl seinen im Elternhaus erworbenen Deutschkenntnissen als auch seiner außerordentlichen Raffinesse sowie einer Reihe von glücklichen Zufällen. Heute lebt der inzwischen 95-jährige Doktor der Zahnmedizin Leo Frankfurt in Bad Nauheim. Seine Freunde, der Künstler Heiner Studt und der Schriftsteller Christoph Ernst, befragen ihn zu seinen Erfahrungen in und mit den beiden großen totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts.