Ost und West in der Kunst vereint

Großartige Gemeinschaftsausstellung im und am Kreismuseum in Ratzeburg: 14 Künstler aus Ost und West zeigen "Visionen".

Von Andrea Teckenburg (Text und Fotos)

Ratzeburg – Objekte, Installationen, Fotos, Videos, Malerei und Plakate vereinigt eine neue Ausstellung im Innen- und Außenbereich des Kreismuseums Herzogtum Lauenburg in Ratzeburg. 14 Künstler aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zeigen Arbeiten unter der Überschrift "Visionen" – 27 Jahre nach der friedlichen Revolution. Das Zusammenwachsen der beiden Bundesländer in der Grenzregion ist zentrales Thema.
Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit von Kreismuseum, Lauenburgischem Kunstverein (LKV) und dem Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow und findet statt im Rahmen der Kulturtage des Forums für Kunst und Umwelt. Diese beschäftigen sich noch bis zum 13. November mit dem Thema "Fremd in der Linse".
Zahlreiche Besucher waren am "Tag der Deutschen Einheit" zur Ausstellungseröffnung ins Kreismuseum gekommen. Musikalisch begleitete Posaunist Hidehisa Edane die Veranstaltung. Die Ausstellung solle dazu anregen, sich mit Kunst zu befassen und ins Gespräch zu kommen, sagte der LKV-Vorsitzende Dr. William Boehart. Museumsleiter Dr. Klaus J. Dorsch hatte zuvor in seiner Begrüßung an die LKV-Ausstellung "Brücken ins Paradies" erinnert, die vor zwei Jahren ebenfalls den Außenbereich des Kreismuseums mit einbezogen hatte. "Das war sehr erfolgreich", resümierte Dorsch.
Eine Einführung in die aktuelle Schau gab es von Miro Zahra, Künstlerin und Leiterin des Künstlerhauses Schloss Plüschow. Das Thema Kommunikation stehe in unterschiedlichen Formen bei allen beteiligten Künstlern im Mittelpunkt, erklärte Miro Zahra und ergänzte: "Die Künstler überschreiten dabei immer wieder Grenzen, auch die eigenen".
Bei angenehmem Herbstwetter spazierten die Besucher anschließend durch die Ausstellung und nutzten die Gelegenheit, mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Da gab es Wilhelm Körners (Neu-Horst) "Sprossenornithopter" zu bestaunen, der sich weder zum Fliegen noch zum Klettern eignet, der aber die Fantasie des Betrachters anregen soll zu eigenen "Flugübungen". Aus Edelstahlseil und rund 130 orangefarbenen LKW-Reflektoren besteht Annette Leyeners (Wismar) "Reflektoren Diamond", der zwischen zwei Bäumen über dem Domsee-Ufer hängt, während Petra Schmidt-Eßmann (Mölln) unter dem Titel "Eine (zu?) romantische Vision" einen roten Teppich ausgerollt hat. Claudia Bormann, Künstlerin aus Ratzeburg, fotografierte Scheunentore im mecklenburgischen Schlagsdorf. Starkes Heranzoomen lässt die von Pech und Moos gefärbten Metall- und Holzteile zu selbstständigen Strukturen werden. In der Ausstellung ebenfalls vertreten sind Regine Bonke, Christian Egelhaaf, Sabine Egelhaaf, Heidemarie Ehlke, Christian Kattenstroth, Gerhard Kotrade, Nina Rathke, Paetrick Schmidt, Ramona Seyfarth und Rico.
Die "Visionen" sind noch bis zum 9. November im und am Kreismuseum am Domhof in Ratzeburg zu sehen. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 13 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr geöffnet, die Gartenanlage ist jederzeit zugänglich.