Musik im Mittelpunkt

Das Augustinum Aumühle legt im November ein herbstlich buntes Programm vor, in dem die Musik den Takt angibt.

Aumühle – Das komplette Programm schickt Franziska Alberg Interessenten gerne zu (franziska.alberg@augustinum.de). Hier eine Auswahl aus dem beachtenswerten Programm des Hauses am Mühlenweg 1, dessen Veranstaltungen stets auch für Gäste zugänglich sind. Am 6. November (19.30 Uhr Theater, Eintritt 6,- Euro) entführt das Cinema Augustinum in Kooperation mit dem Filmring Reinbek zu „Bach in Brazil“. Ansgar Ahlers Tragikomödie (2016) mit Edgar Selge und Franziska Walser in den Hauptrollen erzählt die Geschichte des Musiklehrers Brückling, dem sein nach Brasilien ausgewanderter Jugendfreund ein original Notenblatt von Johann Sebastian Bachs Sohn vererbt. Um es in Empfang zu nehmen, muss er nach Südamerika reisen. Kurz vor der Heimreise wird ihm das Notenblatt gestohlen. Der einheimische Candido bietet Hilfe an, wenn Brückling den Kindern einer Jugendstrafanstalt Musikunterricht gibt. Ein völlig neues Erleben von Musik steht dem Pädagogen bevor …
Wir bleiben bei der Musik: „Die schöne Müllerin“ von Franz Schubert ist am Dienstag, 8. November (19 Uhr Theater, Eintritt 7,- Euro) zu hören. Den Liederabend gestalten Daniel Jenz (Tenor) und Marianne Schobert-Aue (Klavier). Jens studierte in Graz und Mainz hat bereits mehrere Preise gewonnen, an Bühnen im In- und Ausland gastiert und gehört seit der Spielzeit 2013/14 zum Ensemble des Theaters Lübeck. Schobert-Aue hat sich als Pianistin und Liedbegleiterin einen Namen gemacht, war auf Konzertreisen u. a. in Ungarn, Italien, Frankreich und der Schweiz. Sie unterrichtete viele Jahre an der Musikhochschule Lübeck.
Frauen einen Geist und Klang
In der Reihe „Rituale – Spielregeln des Lebens“ läuft am Montag, 14. November (19 Uhr Theater, Eintritt 8,- Euro) ein musikwissenschaftlicher Vortrag von Jochem Wolff und Armin Diedrichsen. „Wo sich Geist und Klänge treffen … Europäischer Salon, George Sand und Frédéric Chopin“ ist der Abend überschrieben, der Rezitationen, Bilddokumente und musikalische Raritäten vereint. Wolff und Diedrichsen spüren der Salonkultur nach, jenen Gesellschaften, die sich im 19. Jahrhundert an neuer Literatur und Musik erbauten, diese debattierten und bewerteten. Geführt wurden diese Salons oft von bedeutenden Frauen, unter denen u. a. George Sand, die langjährige Gefährtin von Chopin, herausragte. Die femme fatale, Salonnière und meisterhafte Romanautorin galt ihren engsten Freunden de Musset und Flaubert als Ikone unter den Dichterinnen des 19. Jahrhunderts.

Nobel lässt grüßen
Topaktuell wird es am Donnerstag, 17. November (19 Uhr Theater, Eintritt 6,- Euro): Michael Serrer stellt den Nobelpreisträger / die Nobelpreisträgerin für Literatur vor. Dass es Bob Dylan ist, wissen wir inzwischen. Man darf gespannt sein, was der Referent zu ihm zu sagen hat. Michael Serrer ist Literaturwissenschaftler, hat an mehreren Universitäten gelehrt und in Medien wie „FAZ.net“, „ZEIT“ und „Neue Zürcher Zeitung“ veröffentlicht. In den vergangenen 20 Jahren hat er 40 Bücher herausgegeben. Seit 1998 leitet er das Literaturbüro NRW in Düsseldorf.

Kosaken beeindrucken
Der Rostov Don-Kosaken-Chor ist am Montag, 21. November (19 Uhr Theater, Eintritt 15,- Euro) zu Gast. Das Ensemble repräsentiert atemberaubende Stimmgewalt und große Liebe zur Heimat. Der Chor bewahrt und vermittelt eindrucksvoll die Tradition der alten Chöre. Mit dunklen Bässen und klaren Tenören sowie dem Wechselspiel zwischen Chor- und Sologesang spiegeln sich in jedem Lied ein tiefer Glaube, aber auch Temperament und der Wille zur Unabhängigkeit wider. Das Konzertprogramm umfasst schwermütige wie lebenslustige, sakrale wie weltliche Werke.

Weihnachten rückt näher
Gut vier Wochen vor Weihnachten lädt das Haus wieder zum traditionellen Adventsmarkt ein. Die Marktmeile im Foyer empfängt ihre Besucher am 23. November ab 16 Uhr. Viele Kunsthandwerker und Aussteller kommen mit ihren attraktiven Waren schon seit Jahren, auch sie schätzen die Atmosphäre. Auf die Besucher warten Trödel- und Bücherstand, Handarbeiten, Seidentücher und Bastelarbeiten, Kekse, Karten, Kalender, Honig und Imkereiprodukte, faszinierende Filzarbeiten, handgefertigter Schmuck, Christsterne, adventliche Gestecke und natürlich köstlich Duftendes und Leckeres aus der Küche. Bei einer Tombola werden schöne Gewinne verlost.

Rituale regen an
Die November-Schau im Foyer widmet sich dem Jahresthema „Rituale“. Am 28. November (18 Uhr, Eintritt frei) wird die Fotoausstellung eröffnet. Die Gruppe „Bildwerk Hamburg“, zu der sich die Fotografen G. Bastians, U. Külper, D. Lorenzen, K. Marcinczak und S. von Reith zusammengeschlossen haben, nähert sich dem Thema auf vielfältige Weise in der Hoffnung, mit ihren Bildern Anregung und Diskussionsgrundlage zu bieten. Die Ausstellung ist bis zum 7. Januar 2017 zu sehen und kann täglich von 9 bis 20 Uhr besucht werden.

Bashkirova beflügelt
Musikalischer Höhepunkt dürfte am 30. November (19 Uhr Theater / Eintritt 12,- Euro) der Klavierabend mit Elena Bashkirova werden. In ihrem Programm „Beflügelt“ präsentiert und interpretiert sie Werke von vier Komponisten: die Ballade 2 h-Moll und Funérailles (aus "Harmonies poétiques et religieuses") von Franz Liszt, die Klaviersonate fis-Moll op. 11 von Robert Schumann, das Kinderalbum op. 39 von Peter Tschaikowsky sowie die Klaviersonate Nr. 4 op. 30 von AlexanderSkrjabin. Die von Publikum und Kritikern gleichermaßen geschätzte Pianistin ist in Moskau geboren. Sie studierte am Tschaikowski-Konservatorium in der Meisterklasse ihres Vaters, des berühmten Pianisten und Musikpädagogen Dimitrij Bashkirov. Elena Bashkirova ist regelmäßig zu Gast bei namhaften Orchestern wie den Berliner Philharmonikern oder den Münchner Philharmonikern. Sie ist ein gern gesehener Gast bei internationalen Festivals und arbeitet als Liedbegleiterin mit Partnern wie Anna Netrebko, Robert Holl u.a. zusammen. 1998 hat die Pianistin das Jerusalem International Chamber Music Festival ins Leben gerufen, sie unterstützt außerdem die zahlreichen Aktivitäten ihres Mannes Daniel Barenboim, eines der derzeit besten und bekanntesten Dirigenten der Welt.