33 Bibeln für 33 Kirchengemeinden

Die Seelsorger in der Propstei Lauenburg erhielten in der Stadtkirche St. Petri in Ratzeburg neue Altarbibeln für alle Kirchengemeinden.

Von Steffi Niemann
Ratzeburg – Pröpstin Frauke Eiben übergab gemeinsam mit Anna Christ, Pastorin in Lütau, und Jakob Henschen, Pastor in Seedorf und Mustin, die neuen Altarbibeln mit einem Bischofsschreiben an die lauenburgischen Kirchengemeinden. Diese erhalten die Altarausgabe der revidierten Lutherbibeln 2017 als Geschenk von der Kirche in Norddeutschland (Nordkirche). Frauke Eiben freute sich, die neuen Bibeln überreichen zu dürfen: „Die Bibel bleibt unser erstes Handwerkszeug. Wir sind dazu ausgebildet und berufen die Bibel zu übersetzen und auszulegen. In ihr gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken“, sagte sie in ihrer Ansprache an die Pastorinnen und Pastoren, die sich zum Konvent in der St.-Petri-Kirche in Ratzeburg zusammenfanden.

„Damit aus der Bibel, gleich welcher Übersetzung, kein Museum wird sondern ein immer währendes und immer neu in Gang gebrachtes Kommunikationsgeschehen. Das Über-Setzen von einem Land, von einer Zeit in die andere. Wir sind Fährleute mit Gottes Segen“. Keine Bibelübersetzung hat die deutsche Sprache und Literatur so geprägt wie die Lutherbibel. Zum Reformationsjubiläum gab die Deutsche Bibelgesellschaft am 19. Oktober 2016 die revidierte Lutherbibel 2017 heraus. Rund 260.000 Exemplare wurden als Startauflage gedruckt. 70 Theologinnen und Theologen arbeiteten an der Übersetzung.

Welches Maß an Veränderungen die neue Lutherbibel gegenüber der Fassung von 1984 aufweist, zeigt ein Blick in die Statistik: Von den rund 31.000 Versen des Alten und Neuen Testaments haben rund 12.000 Verse eine Änderung erfahren. Hinzu kommen rund 4.400 Verse in den apokryphen Schriften von denen etwa 3.700 also über 80 Prozent geändert wurden. Insgesamt weist die Lutherbibel 2017 fast 16.000 Verse auf (44 Prozent), die von der 1984er Ausgabe abweichen. Die Bandbreite der Bearbeitungen reicht von geringfügen Anpassungen in der Zeichensetzung über den Austausch einzelner Wörter bis hin zur vollständigen Neuübersetzung einzelner Verse.

Ein Vergleich des Wortbestands zwischen der 1984er und 2017er Fassung: Trotz der hohen Zahl veränderter Verse sind im Durchschnitt nur rund zehn Prozent der Wörter abgeändert worden. Aufgrund der massiven Überarbeitung der Apokryphen liegt der Wert für Neues und Altes Testament allein sogar bei nur fünf Prozent. Bei rund einem Drittel der Änderungen handelt es sich um Korrekturen früherer Revisionen handelt. In vielen Fällen erfolgte dabei eine „Rückrevision“ zur Fassung von 1545, die nicht nur die Sprache Martin Luthers authentisch wiedergibt, sondern oftmals auch philologisch exakter ist als die letzten Revisionen.  Den Verantwortlichen war es wichtig, Eingriffe in den Text behutsam und in den meisten Fällen nur punktuell durchzuführen.

Und was passiert mit den alten Bibeln, wenn sich eine Kirchengemeinde die neuen Ausgaben anschafft? Das bleibe den Gemeinden überlassen, die Deutsche Bibelgesellschaft gibt keine „Empfehlung“ dafür, was man mit älteren Bibelausgaben machen könnte oder sollte. „Viele Leser schauen auch weiterhin von Zeit zu Zeit in ihre alte Bibel oder behalten sie als Erinnerungsstück“, so Sven Bigl, Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Bibelgesellschaft. Der Bedarf nach Entsorgung sei daher nicht besonders groß.