Schwarzer Humor beim Elbkino

Am 12. November läuft im Lauenburger Elbkino der norwegische Komödienhit „Welcome to Norway!“ – ein Leckerbissen für Freunde tiefschwarzen Humors.

Lauenburg – Der Film von Rune Denstad Langlo um den rassistischen Hotelier Primus, der versucht mit der Aufnahme von Flüchtlingen sein marodes Hotel zu sanieren, steht unter dem bekannten Motto, dass Vorurteile immer noch am besten an Erfahrungen scheitern. Dem Filmemacher ist mit präzise gezeichneten und überaus liebevollen Charakteren ein sehr authentischer und origineller Film gelungen, der zudem ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Berührungsängste setzt. Witzig und warmherzig nimmt er unsere brisante Gegenwart aufs Korn. Nicht grundlos wurde das Werk auf dem Filmfest Emden-Norderney und dem Filmfest Göteborg jeweils mit dem Publikumspreis 2016 ausgezeichnet. Die Vorstellung in der Heinrich-Osterwold-Halle beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 6,- Euro, ermäßigt 4,- Euro.

Anders Baasmo Christiansen, Slimane Dazi, Olivier Mukuta und Henriette Steenstrup spielen die Hauptrollen in Langlos 2016 angelaufenem Streifen. Worum geht’s? Primus ist ein Mann mit großen Visionen und noch größeren Niederlagen. Am größten ist seine Abneigung gegen alles Fremde. Die vielen Flüchtlinge, von denen allseits die Rede ist, kommen ihm trotzdem recht. Sein pleite gegangenes Hotel im Norden Norwegens soll dank ihnen doch noch zur Goldgrube werden, denn sie können hier kostengünstig „zwischengelagert“ werden. Dafür winken saubere Subventionen aus der Staatskasse. Seine Frau Hanni und Tochter Oda trauen ihren Augen nicht, als ganze Busladungen in das Hotel einmarschieren, in dem Zimmer, Türen, Heizung und Strom fehlen. 

Nicht vorbereitet ist Primus auf die Verwicklungen, die nun auf ihn lauern: Christen weigern sich mit Arabern, Sunniten mit Schiiten das Zimmer zu teilen. Der optimistische, aber etwas vorlaute Abedi erweist sich als unverzichtbarer Vermittler und wird für den Einzelgänger Primus schnell zum ständigen Begleiter. Doch dann fordert die Ausländerbehörde Sprachkurse und einen Kooperationsrat, sonst gibt es kein Geld. Bald hat Primus, der verzweifelt versucht, die Kontrolle zu wahren, den Ruf eines Diktators. Die Flüchtlinge bezeichnen ihr neues Zuhause als Guantanamo, die xenophoben Einheimischen winken mit den Fäusten, Chaos scheint programmiert. Dabei hat Primus längst etwas gewonnen, worauf er gar nicht aus war: einen Freund trotz aller Unterschiede.