Ein Fest für Krimifreunde

Die Faszination an Kriminalromanen ist ungebrochen und die Möllner Kriminacht zur festen Einrichtung geworden. Bei der 10. Kriminacht sorgten Boris Meyn und Chr. Ernst für Spannung.

Von Brigitte Gerkens-Harmann

Mölln – 2016 beging die beliebte Veranstaltungsreihe „Möllner Kriminacht“ einen runden Geburtstag:  Zum zehnten Mal versprachen die Organisatoren „Mord&Totschlag“, Nervenkitzel und Spannung pur und bedankten sich so, bei einem treuen Publikum. Es gab eine Reihe von „Wiederholungstätern“ unter den über 50 Gästen, die im atmosphärisch ansprechenden Stadthauptmannshof bei Kerzenschein in die (mörderischen) Tiefen der menschlichen Seele (literarisch-anspruchsvoll) schauen konnten.  
Gute Unterhaltung genießen, konnte auch Vizepräsident Wolfgang Engelmann von der Stiftung Herzogtum Lauenburg, die als Hausherr, gemeinsam mit dem veranstaltenden Literaturbeirat, erneut zum spannungsreichen Abend geladen hatte.
In ihrer Begrüßung, wies Beiratsmitglied Juliane Schlums denn auch auf die imposante „10“ hin, die auf der Bühne stand und das Jubiläum sichtbar machte. Schlums stellte die beiden Autoren vor, die beim Jubiläumsabend für Furore sorgten: Mit Boris Meyn und Christoph Ernst waren zwei Garanten für hochspannende Kriminalliteratur aus Norddeutschland auf der Bühne.
Im Krimi-Genre gibt es von Boris Meyn eine historische Reihe mit dem Protagonisten Sören Bischop, der in  „Elbtöter“ (2016) erneut ermittelt sowie eine Reihe mit dem Kommissaren Sonntag, Herbst und Jensen, die aktuell in der Region auf Mörderjagd gehen. Der promovierte Kunsthistoriker (Jahrgang 1961) Meyn las ernst und hochkonzentriert mit sonorer Stimme aus seinem neuen Werk „Elbtöter“ in drei Abschnitten. Im Winter 1918 gab es auf dem Hamburger Rathaus das rote Banner der Arbeiterbewegung. Aufständische zogen bewaffnet durch die Straßen.  Inmitten dieser Zeit der Anarchie wird Sören Bischop mit Nachforschungen zu einem jungen Mann beauftragt, der aus einem Kriegsversehrtenheim verschwunden ist….

Nach der Pause gab es ein Kontrastprogramm: Stand im ersten Teil der Kriminacht die  Metropole Hamburg im Mittelpunkt, so breitete die Provinz nun ihre Farbigkeit aus: In das gar nicht so beschauliche  Herzogtum entführte in launiger und dem Publikum – wie immer bei seinen Lesungen – charmanten Art, Schriftsteller und Historiker Christoph Ernst (Jahrgang 1958).  Auch er hat einen Privatermittler als Protagonisten in seinen Krimis installiert. Sein Jacob Fabian ermittelt im „Ansverus Fluch“. Im Buch gibt es eine interessante Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart mit spirituellen Facetten und handfesten Gegenwartsproblemen. Christoph Ernst las und erzählte im abwechslungsreichen Tempo.

Dem Kulturportal erzählten Besucher angeregt erste Eindrücke: „Die Angebote der Kriminacht im November sind einfach wunderbar und es ist schön, dass wir auch in den Kleinstädten zu Lesungen gehen können“, freute sich Eva-Maria Krohn aus der Nähe von Ratzeburg. „Wenn wir Zeit haben, dann kommen wir sehr gern“, so Ehepaar Brügmann aus Panten. Eine begeisterte „Wiederholungstäterin“ war Gerti Drouven aus Ratzeburg. Sie war mit ihrem Gast (Bremerhaven) gekommen, um diese Jubiläums-Kriminacht zu erleben.