Krümmeler Alfred-Nobel-Tage 2016

Vom 4. bis 10. Dezember lädt der Förderkreis Industriemuseum Geesthacht zu den Krümmeler Alfred-Nobel-Tagen ein. Sie umfassen einen Spaziergang und zwei Vorträge.

Geesthacht – Den Einstieg ins Thema vermittelt am Sonntag, 4. Dezember, der Historische Spaziergang „High Tech und Ruinen“ über das Gelände des heutigen Helmholtz-Zentrums unter dem Blickwinkel der früheren Dynamitfabrik Krümmel und der aktuellen Schwerpunkte in der Küsten- und Werkstoffforschung des Helmholtz-Zentrums. Der Rundgang beginnt um 11.00 Uhr und dauert etwa zwei Stunden. Die Teilnehmer treffen sich an der Pforte des Helmholtz-Zentrums an der Max-Planck-Straße. Anmeldung unter Tel. 04152 / 88 77 840 ist erforderllich.
Einem Begleiteffekt widmet sich dann am Donnerstag, 8. Dezember, ein Vortrag von Brigitte Hansmann (Barcelona / Spanien) im Werkstattcafé SmuX an der Lichterfelder Straße 5 (Beginn 19.00 Uhr). IhrThema: „Schatten der Weltgeschichte im persönlichen Leben – Verstehen und Therapie traumatischer Erlebnisse am Beispiel der Geesthachter Kriegsumstände“. Hansmann ist gebürtige Geesthachterin, ihre Familie betrieb früher einen Spirituosen- und Weinhandel in der Mühlstraße 71. Seit 1980 lebt sie in Spanien und arbeitet als Therapeutin. Ihr Ansatz, die so genannte DFA Somatische Mustererkennung, geht davon aus, dass sich persönliche Erfahrungen und traumatische Erlebnisse im Körper als Spannungen niederschlagen. Diese können durch neue Bewegungsmuster, Massage und Atemübungen aufgearbeitet und beseitigt werden. Die dabei eintretende Phase des Rückerinnerns und Verstehens führt zu einem besseren Verständnis des Erlebten und zu einer Befreiung in der Gegenwart. Brigitte Hansmann bezieht ihre therapeutische Arbeit auch auf persönliche Erfahrungen ihrer Kindheit und Jugend in Geesthacht. Eine Zeit, die laut Hansmann für viele Familien noch immer überschattet gewesen sei von der Sprengstoffproduktion der Düneberger und Krümmeler Fabriken, Zwangsarbeiterschaft, Schweigen und Problemen der Arbeitslosigkeit.
Hauptveranstaltung ist der Samstag, 10. Dezember: Todestag von Alfred Nobel und Tag der Verleihung der Nobelpreise in Stockholm und Oslo. Um 19 Uhr sind die Besucher zum Geschichtsvortrag im Schulungs- und Kommunikationszentrum des Kernkraftwerks Krümmel, Elbuferstraße 80, eingeladen. Nach einem Grußwort von Bürgermeiste Olaf Schulze spricht Prof. em. Dr. Eckardt Opitz (Hamburg) über „Alfred Nobel und die Erfindung des Dynamits auf dem Krümmel – Historische Einblicke in die Anfänge eines Welterfolgs“. Er stellt darin eine Verbindung zwischen den Zielen und Interessen Nobels in den Jahren um 1865 und der politischen Konstellation des Herzogtums Lauenburg her. 1864 wurde Preußens Ministerpräsident, Otto von Bismarck, auch „Minister für Lauenburg“ – ein Aspekt, der in der Literatur bisher kaum berührt wurde. Dem Vortrag liegt die Frage zugrunde, ob sich aus dieser politischen Konstellation neue Erkenntnisse in Bezug auf Nobels Motive, seine Chemiefabrik gerade auf dem Gelände des „adligen Gerichts“ Gülzow zu errichten, ergeben. Opitz ist seit 1974 Professor für Neuere Geschichte an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg und war u.a. als Offizier im Generalstabsdienst als Referent Helmut Schmidts tätig. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich intensiv mit der Geschichte des Herzogtums Lauenburg und hat dazu in Zusammenarbeit mit der Stiftung Herzogtum Lauenburg bereits ein umfangreiches Werk veröffentlicht, zuletzt ein „Biografisches Lexikon Herzogtum Lauenburg“ (2015).