Die Welt – ein Klang

3. Dezember in Lauenburg: Beim 70. „da-capo-talento“-Konzert spielen drei geflüchtete Musiker für Flüchtlinge und Einheimische.

Lauenburg – Das Konzert des dacata Konzerte-Vereins im Dietrich-Bonhoeffer-Haus ander Dresdener Straße 15 beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt kostet 10,- Euro, für Geflüchtete 1,- Euro. Das Konzertrpgrogramm wird „nun auch von den Musikern bereichert, die als Geflüchtete bei uns ankommen und damit beschäftigt sind sich zu integrieren“, sagt Initiator Bernhard Sdun. Für Musiker aus arabischen Ländern sei die berufliche Qualifikation besonders schwer. Die arabische Musik kennt verschiedene Tonsysteme. Die Oktave ist hier in 17, 19 oder 24 Vierteltöne aufgeteilt, statt unserer zwölf Halbtöne. Das ergebe den typischen Sound, erklärt Sdun. Besonders die Saiteninstrumente wie Oud (Vorläufer der Laute aus vorislamischer Zeit) oder die weit verbreitete Tambura sowie die menschliche Stimme können diese orientalischen Intervalle erzeugen. Die Obertöne sind in orientalischen und asiatischen Musik von großer, teils spiritueller Bedeutung.

Sdun stellt die Musiker vor:  Shavan Sabah (26) kommt aus Kirkuk im irakischen Kurdistan . Dort hat er 2008 sein Studium begonnen. Sein unkonventioneller  Umgang mit der Musik auf öffentlichen Konzerten in Kirchen, im TV, auf Straßen wurde von radikal-islamistischen Gruppen beobachtet und verfolgt. Als er um sein Leben fürchten musste, ergriff er allein die Flucht. Die Geige, die er heute spielt, ist ein Mietinstrument für 70€ im Vierteljahr. Die europäische Violine, entwickelt aus einem arabischen Saiteninstrument, wurde als erstes europäisches Instrument in die arabische Kunstmusik eingeführt. Klassische orientalische Musik bewegt sich in den Tiefen der arabischen Lieder und Lyrik. Die europäische Klassik lernt Shavan Sabah erst hier kennen.

Ali Kojaoglu (36) aus Afrin in syrisch Kurdistan spielt die Langhalslaute Tambura in verschiedenen Ausführungen. Wie in seiner Heimat ist er auch hier zu einem gefragter Musiker bei großen kurdischen Festen geworden. Er wird zum 70. Konzertjubiläum mit seiner elektronischen Tambura einen besonderen Beitrag liefern. Im Flamencospiel des Farrokh Fouladi (40), geflüchtet aus saghez iranisch Kurdistan, tauchen Ähnlichkeiten mit der Musik des östlichen Mittelmeerraumes und Andalusiens auf. Andalusisch-arabische Musik ist Teil der arabischen Klassik und wird überall im Orient studiert.

Zum Auftakt spielen Julien Stiehr (12) und Jonas Krebs (19). Die jungen Lauenburger Pianisten greifen seit Bestehen der Konzertreihe immer wieder mit Spaß in die Tasten. Platzreservierung und Infotelefon: Bernhard Sdun, Tel.  04139 / 69 59 43, mobil 0175 / 361 60 52.