Nicht nur für Hundefreunde

Das Elbkino in Lauenburg zeigt am 10. Dezember 2016 „Wiener Dogs“ – eine pechschwarze skurrile Komödie über vier Menschen, die auf den Hund gekommen sind …

Lauenburg – Um 20 Uhr geht in der Heinrich-Osterwold-Halle der Vorhang auf für Todd Solondz‘ Film „Wiener Dog“ (USA 2015), in dem ein Dackel in die emotionalen Abgründe unterschiedlicher Herrchen und Frauchen blickt und ihnen dabei ein wenig Trost und Freude schenkt. Mit gnadenlosem Humor beißt sich Wiener Dog durch den amerikanischen Way of Life und macht vor nichts halt, was der Mittelschicht wichtig ist. Trost in ihrem täglichen Kampf finden die traurigen Helden des Films allesamt in demselben kleinen Dackel. Der Eintritt kostet 6,- Euro, ermäßigt 4,- Euro.

Todd Solondz („Willkommen im Tollhaus“) präsentiert mit seinem abgründigen Film seine Ausnahmestellung als einer der führenden amerikanischen Autorenfilmer. Er lässt einen Dackel mit treuen, weisen Augen auf die Schicksale seiner Besitzer sehen. Da ist der kleine Junge, der erdrückt wird von der Liebe seiner bourgeoisen Eltern (Julie Delpy, Tracy Letts); die unscheinbare Tierarztassistentin (Greta Gerwig), die sich auf ein Abenteuer mit einem Bad Boy (Kieran Culkin) einlässt; der gescheiterte Drehbuchautor (Danny DeVito), der auf eine letzte Hollywood-Chance hofft; und eine in die Jahre gekommene Dame (Ellen Burstyn), die nur dann von ihrer Enkelin (Zosia Mamet) besucht wird, wenn diese Geld braucht. Erträglich wird der Kampf der traurigen Helden gegen die Windmühlen des Alltags oft nur dadurch, dass sie den Hunde-Gefährten an ihrer Seite wissen.

„Mit einem verdammten Gespür für das Aberwitzige sozialer Kontakte, einer unvergleichlichen Beobachtungsgabe für die (Un-)Tiefen der menschlichen Existenz, und einem Humor, der so gnadenlos ist, dass er weh tut, lässt Todd Solondz den titelgebenden Dackel in den emotionalen Abgründen amerikanischer Vororte buddeln“, sagt die Werbung. Die Riege der exzellenten Schauspieler setzt ein Glanzlicht obenauf. Kurz: „Wiener Dog“ gilt der Kriti als ein Highlight des unabhängigen Kinos, das beim Sundance Film Festival und dem San Francisco Film Festival euphorisch gefeiert wurde.