„Toni Erdmann“ im Elbkino

Der deutsche „Oskar“-Kandidat in Lauenburg: Am 14. Januar ist „Toni Erdmann“ von Maren Ade in der Heinrich-Osterwold-Halle zu sehen.

Lauenburg – Bei den im Dezember vergebenen Europäischen Filmpreisen wurde „Toni Erdmann" als Bester Film 2016 ausgezeichnet. Maren Ade holte zudem die Preise für Regie und Drehbuch. Die Hauptdarsteller Sandra Hüller und Peter Simonischek bekamen die Darstellerpreise.  Um 20 Uhr beginnt die Vorführung, der Eintritt kostet 6,- Euro, ermäßigt 4,- Euro.

Der Film beschreibt die schwierige Beziehung zwischen einer ehrgeizigen Unternehmensberaterin und ihrem stets zu Scherzen aufgelegten Vater, einem Sozialromantiker der 68er-Generation. Dieser versucht, als sein „Alter Ego“ Toni Erdmann mit Perücke und falschen Zähnen das Herz seiner Tochter zurückzugewinnen – und geht dieser während ihrer Arbeit gehörig auf die Nerven. In der feinsinnig-unterhaltsamen Komödie mit absurden Zügen mischt der Vater den Alltag seiner gerade in Rumänien aktiven und als Geschäftsfrau erfolgreichen Tochter gehörig auf. Zunächst nur peinlich, macht er ihr das Leben nach und nach zur Hölle –und demonstriert ihr damit, in welcher Welt sie lebt. Klar, dass es einen Befreiungsschlag geben muss.

Maren Ade, die mit der Beziehungsgeschichte „Alle Anderen“ 2009 debutiert hatte, sorgte mit „Toni Erdmann“ beim Festival von Cannes für Furore. Erstmals nach acht Jahren war ein deutscher Film im Wettbewerb, schon bei der Vorführung ging – sehr ungewöhnlich – das Publikum sehr aus sich heraus. Die Kritiker übergaben am Morgen des letzten Cannes-Tages ihren Fipresci-Preis an Maren Ade. Die in ihrem Film „mit aller Ruhe und ohne die üblichen kulturellen Versatzblöcke den Dingen auf den Grund geht. Das ist manchmal nicht leicht zu ertragen und dann wieder … boom!“