Luther und die Sprache

1534 lag die erste vollständige Bibelübersetzung von Martin Luther vor – in volksnaher Sprache. / Foto: Martens

Mit einem Vortrag über „Martin Luther und die deutsche Sprachgeschichte“ am 28. Februar 2017 in Lauenburg leistet Prof. Joachim Reichstein einen Beitrag zum diesjährigen Reformationsjubiläum.

1534 lag die erste vollständige Bibelübersetzung von Martin Luther vor – in volksnaher Sprache. / Foto: Martens

Lauenburg – In seinem Referat spürt Prof. Dr. Joachim Reichstein (Schleswig) der Bedeutung Luthers für die Entwicklung der deutschen Sprache nach. Der Vortrag im Elbschifffahrtsmuseum, Elbstraße 59, ist eine Kooperation der Lauenburgischen Akademie für Wissenschaft und Kultur (Mölln) und der Stadt Lauenburg. Er beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Reichstein setzt an, dass Martin Luther keine neue Kirche gründen wollte und dennoch die Teilung der Kirche auf ihn zurück geht. Ebenso wollte der Reformator keine geeinte deutsche Sprache begründen und hatte dennoch einen großen Anteil daran. Wie groß war Luthers Einfluss auf unsere Sprache? Als Antwort fasst Prof. Reichstein die sprachgeschichtliche Forschung aus den zwei  jüngsten Generationen zu diesem Thema zusammen. Luther war eingebunden in die kursächsische Schreibtradition Wittenbergs. „Die hohe Autorität und weite Verbreitung von Luthers Bibelübersetzung, geprägt durch seine neue Übersetzungsmaxime und Sprachmächtigkeit, wird als wichtiger Steuerungsfaktor in der jüngeren Sprachgeschichte gewertet“, so der Referent. Hinter Luthers Sprachform der Mitte Deutschlands, seiner guten und sprachmächtigen Übersetzung habe die Autorität des Wortes Gottes gestanden – in deutscher Sprache. In der Geschichte des Neuhochdeutschen spielte Luthers Sprache eine wichtige Rolle.