Ungegenständliches im ARS

Farbfelder gehören zu den jüngsten Arbeiten von Thomas Bültemeier / Bild: Bültemeier

Das Amtsrichterhaus Schwarzenbek (ARS) lädt ein zu einer neuen Ausstellung. Thomas Bültemeier zeigt „Un-Gegenständlichkeit – Malerei vom Brandmal bis zum Farbfeld“.

Farbfelder gehören zu den jüngsten Arbeiten von Thomas Bültemeier / Bild: Bültemeier

Schwarzenbek – Eröffnet wird die Schau am 4. März 2017 um 16 Uhr. Der Künstler selbst wird im Haus am Körnerplatz 10 in seine Ausstellung einführen und die Besucher zu einem Rundgang mitnehmen. Zu sehen sind seine Bilder bis zum 23. April.

Seit 2010 widmet sich der Jorker Architekt Thomas Bültemeier neben seinem Beruf intensiv der Malerei. Die Werkstoffe seiner großformatigen Bilder sind neben Leinwand und Farbe auch Spanplatten und gelegentlich Bitumen – das man als Straßenbelag kennt. Bültemeier malt ungegenständlich, überlässt die Interpretation seiner Bilder dem Betrachter. Der Architekt und ehemalige Bauamtsleiter der Gemeinde Jork gilt als präzise arbeitender Kreativer: „Er lässt wasserlösliche und -unlösliche Farben gezielt ineinander laufen, erzeugt Strukturen mit Stahlbürsten und Besen und bringt flüssiges glänzendes Bitumen auf seine Bilder. Manchmal wirft er dadurch einen zarten Grauschleier über bestimmte Bildbereiche, manchmal schafft er tiefschwarze Strukturen, die das Bild dominieren“, heißt es in der Ankündigung. Das Thema Feuer zieht sich wie ein roter Faden durch sein künstlerisches Schaffen. So bearbeitet Bültemeier seine Bilder immer wieder mit dem Bunsenbrenner, um Farben zu verflüssigen und miteinander zu verschmelzen oder um Ruß- und Brandspuren zu erzeugen. Auch bei seinen Motiven greift er das Thema auf. „Brandmal“ ist der Titel eines seiner frühen Bilder, das die Assoziation einer auf der Haut ausgedrückten Zigarette entstehen lässt.

Zum Malen gekommen ist Bültemeier (56) nach eigenem Bekunden, weil Sport allein ihm nicht mehr reichte, um seine Emotionen zu verarbeiten. „Zunächst ging es in meinen Bildern um die Verletzlichkeit des eigenen Ichs“, sagt er. Seine frühen Bilder wirken dunkel, manchmal depressiv. Inzwischen gibt es andere, positive, wie z.B. eine Blumenwiese, die in ihrer Farbintensität an ein Feuerwerk erinnert. Bültemeiers jüngsten Bilder sind 2016 als Farbfeldmalerei entstanden. Ihre Wirkung ist meditativ, was sie von früheren Bildern deutlich unterscheidet.