Literarisches im ARS

Jochen Metzger liest aus seinem Roman „Und doch ist es Heimat“ / Foto: Lara Wille

Eine musikalische Lesung am 11. März, eine Autorenlesung am 30. März – das Amtsrichterhaus Schwarzenbek (ARS) gönnt der Literatur zwei feine Abende.
 

Franziska Mencz, Michael Rettig und Miran Zrimsek interpretieren Jenny Erpenbecks Roman „Aller Tage Abend“ in einer musikalischen Lesung. / Foto: Rettig

Schwarzenbek (ea) – Jenny Erpenbecks Roman „Aller Tage Abend“ liegt der musikalischen Lesung am 11. März (19.30 Uhr) zugrunde. Franziska Mencz (Rezitation), Michael Rettig (Klavier) und Miran Zrimsek (Cello) nehmen das Publikum mit durch Erpenbecks Reise, in der die Autorin verschiedene Optionen eines möglichen Lebens durchspielt. Die Hauptperson wird 1902 im galizischen Brody geboren. Wie lange wird das Neugeborene am Leben sein, wie wird sein Leben enden? Stirbt es noch als Kind, als unglücklich Liebende 1919 in Wien, als Verratene 1938 während der Zeit der Schauprozesse in Moskau, als hochgeehrte Schriftstellerin in der DDR, als Vergessene in einem Altersheim nach der Wende? Lakonisch und berührend folgen die Interpreten diesen Lebensentwürfen. Der Eintritt kostet 15,- Euro (ermäßigt 10,- Euro, bis 25 Jahre 5,- Euro).

Jochen Metzger liest aus seinem Roman „Und doch ist es Heimat“ / Foto: Lara Wille

Der Autor Jochen Metzger ist am 30. März (19 Uhr) zu Gast im ARS. Im Gepäck hat er sein Buch „Und doch ist es Heimat“, das 2016 bei Rowohlt erschienen ist. Die Autorenlesung ist eine Kooperationsveranstaltung mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Schwarzenbek, Petra Michalski. Statt Eintritts wird um Spenden für den Verein „Hilfe für Frauen inNot e.V.“ gebeten. In dem Buch geht es um einen Tag im April 1945. Es sind die letzten Wochen des Krieges. Auch in dem kleinen badischen Dorf Sandheit hat dieser Krieg Spuren hinterlassen. Dann heißt es auf einmal, der Krieg sei verloren. Die deutschen Soldaten befinden sich auf dem Rückzug, man erwartet die Amerikaner. Zur gleichen Zeit wird ein marokkanisches Regiment unter französischer Flagge über den Rhein geschickt: im Schlauchboot, zweihundert Meter ohne Deckung über das Wasser, einem Feind entgegen, der seine Heimat verteidigt. Es naht der einzige Tag, an dem der Krieg wirklich zu Gast ist in Sandheim. Dieser eine Tag, der niemals hätte sein dürfen.

Jochen Metzger lebt in Hamburg. Er studierte Germanistik, Psychologie, Philosophie, Rhetorik und Soziologie, arbeitet heute als Journalist. Metzger schreibt u.a. regelmäßig für «Psychologie Heute» und war Textchef bei mehreren Frauen- und Wissensmagazinen. Sein Sachbuch «Alle Macht den Kindern» wurde mit Hannes Jaenicke verfilmt und auf SAT1 ausgestrahlt. «Und doch ist es Heimat» ist sein erster Roman. Der Autor lebt in Hamburg.