„Pulver, Plastik und Raketen“

Die Ruine einer früheren Brandwache / Foto: Jochen Meder

Historischer Spaziergang: Am 2. April bietet der Förderkreis Industriemuseum Geesthacht eine Führung durch den Betriebsteil „Bierke“ der ehemaligen Düneberer Pulverfabrik an.

Relikt aus der Zeit bis 1945: Gebäude 264 ist eine ehemalige Werkstatt / Foto: Jochen Meder

Geesthacht – Der etwa dreistündige Historische Spaziergang, geführt von Jochen Meder, trägt den Titel „Pulver, Plastik und Raketen“. Die Teilnehmer treffen sich um 11 Uhr auf dem Parkplatz des Mischwerks, Am Schleusenkanal. Festes Schuhwerk und geeignete Kleidung sind geraten. Um Anmeldung unter Tel. 04152 / 887 78 40 wird gebeten – ein Rückruf erfolgt nur, wenn der Spaziergang ausgebucht ist.

Jochen Meder wird die Ruinen und Gebäudereste mit Hilfe alter Fotos erläutern, so dass die Teilnehmer sich die ursprünglichen Bauten in diesem Gebiet bis 1945 vorstellen können. Er stellt auch Besonderheiten im Aufbau und Betrieb eines Kesselhauses und der Tarnung einzelner technischer Bereiche vor. Die Route führt vorbei an den Resten verschiedener Walzwerke und Pressen, deren Aufbau und Betrieb ebenfalls anhand von alten Photos und Zeichnungen nachzuvollziehen ist.

Die Ruine einer früheren Brandwache / Foto: Jochen Meder

Düneberg verfügte über eine liegende Schneckenpresse, deren Pulverpresslinge in einer Länge von bis zu 5 m und 350 mm Durchmesser für den Raketenantrieb vorgesehen waren. Die damals hochmoderne Anlage stand in Kooperation mit dem Raketenversuchsgelände in Peenemünde. Die Schneckenpresse wurde nach dem Krieg sofort beschlagnahmt und nach England verfrachtet. Das Gelände des ehemaligen Schießplatzes gehört ebenfalls zum Rundgang. Anfang der 90er-Jahre wurde das seit 1945 wenig veränderte Areal von der Stadt Geesthacht gekauft und unter Naturschutz gestellt. Es ist als ehemalige Wanderdüne der vergangenen Eiszeit ein wertvolles Biotop mit einer reichen Fauna und Flora.