Interesse an Archiven steigt

2016 hat die Archivarin unter anderem historische Dokumente der Schwarzenbeker Liedertafel ins Archiv übernommen. / Foto: Nowacki

Viel Arbeit, wenig Platz, aber erneut wachsendes Interesse: Das ist die Bilanz von Dr. Anke Mührenberg, die sie bei der jährlichen Berichterstattung aus der Archivgemeinschaft Schwarzenbek vorstellte.

Dr. Anke Mührenberg (re.) erstattete v. li. Andreas Thiede, Karsten Feldt, Hans-Ulrich Jahn und Ute Borchers-Seelig Bericht. / Foto: Nowacki

Schwarzenbek – Gastgeberin war diesmal Schwarzenbeks Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig, die im Rathaus auch die Vertreter der anderen Archivgemeinschaftsmitglieder willkommen hieß: Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede, Wentorfs Amtsleiter Karsten Feldt und den stellvertretenden Leiter des Amtes Hohe Elbgeest, Hans-Ulrich Jahn. Die Mitgliedschaft der Stadt Geesthacht ruht bis zum Jahr 2019. Aber auch ohne die größte Stadt im Kreis hat Dr. Mührenberg viel zu tun, um die stets wachsenden Archive an den verschiedenen Standorten auf dem Laufenden zu halten. „Das ist eine große Entlastung für die Verwaltung, denn an die Ablage denkt man meist nur ungern. Diese Aufgabe nimmt uns Frau Dr. Mührenberg ab mit ihrer großartigen Arbeit“, fasste Andreas Thiede den Dank der vier kommunalen und städtischen Auftraggeber zusammen.

Ute Borchers-Seelig unterstützt Planungen in Schwarzenbek, die ein Bildungs- und Kulturzentrum in der früheren Realschule schaffen wollen. / Foto: Nowacki

557 Anfragen aus dem In- und Ausland

2016 hatte die Archivarin die Verwaltungsmitarbeiter in Wentorf und im Amt Hohe Elbgeest extra geschult, damit bei allen das Bewusstsein geschärft wird, welche Unterlagen archiviert werden müssen und wie umsichtig mit Papierdokumenten umzugehen ist, unter anderem durch den Verzicht auf Büro- oder Heftklammern oder Klebestreifen. Die Nachfrage nach Archivmaterial ist gewachsen. 557 Anfragen aus dem In- und Ausland sowie 269 Benutzer erreichten die Archive in Schwarzenbek, Lauenburg, im Amt Hohe Elbgeest sowie in der Gemeinde Wentorf bei Hamburg. „Insgesamt haben also 826 Nutzungen stattgefunden, im Vorjahr waren es 758“, berichtete Dr. Mührenberg. „Die Archive werden als ortsgeschichtliche Dienstleister und „Gedächtnis“ der jeweiligen Orte sehr gut genutzt.“ Diese starke, stetig steigende Nachfrage belege das weiter wachsende Interesse der Bürger an der Geschichte ihres Heimat- oder Wohnorts. Sie schließe auch Wünschen aus ganz Deutschland und dem Ausland nach historischen Informationen aus dem südlichen Herzogtum Lauenburg ein. Viele Dokumente hierzu lagern noch im Geheimen Preußischen Museum in Berlin und wartet auf die Aufarbeitung und Sichtung in den kommenden Jahren.

2016 hat die Archivarin unter anderem historische Dokumente der Schwarzenbeker Liedertafel ins Archiv übernommen. / Foto: Nowacki

Bestände wachsen ständig

Mittlerweile sind fast 20.000 Archivalien über das Archivierungsprogramm AUGIAS erfasst und die Bestände wachsen immer weiter, auch dank zahlreicher Abgaben aus der Bevölkerung. Allein in Schwarzenbek nahm Dr. Mührenberg zwei größere Nachlässe in Empfang: Einer kam von der Liedertafel, dem ältesten Verein Schwarzenbeks, ein weiterer vom aufgelösten Musikzug des TSV Schwarzenbek. Bei ihr gelandet sind zudem aus Privatbesitz Unterlagen zur ehemaligen Meiereigenossenschaft und zur Schützengilde.

Vorträge sind gefragt

Knapp 1.000 Zuhörer kamen zu elf Vorträgen, die die Archivarin im vergangenes Jahr gehalten hat. Höhepunkt und am besten besucht seien die Referate zu „725 Jahre Schwarzenbek. Das Ortsbild im Wandel“ sowie „Zwischen Wirtschaftswunder und eisernem Vorhang“ in Lauenburg gewesen, berichtete Dr. Mührenberg. Auch in diesem Jahr hat sie eine Reihe öffentlicher Vorträge geplant: „800 Jahre Wentorf“ am 16. Mai (19.30 Uhr) in der Gemeinschaftsschule Wentorf, „800 Jahre Börnsen“ (Wiederholung) am 7. Juli (20 Uhr) in der Waldschule Börnsen, „Lauenburg zur Zeit der Reformation“ am 11. Juli (19.30 Uhr) beim Heimatbund und Geschichtsverein Lauenburg im Hotel „Bellevue“ und „Bismarck und Schwarzenbek“ am 12. Oktober im Amtsrichterhaus Schwarzenbek.

Andreas Thiede will im Lauenburger Schloss einen Kulturmagneten schaffen, zu dem auch das Archiv gehören könnte. / Foto: Nowacki

In Arbeit: Ortsjubiläen und großer Umzug

In ihrem Ausblick stellte sie die 800-Jahr-Feiern in Wentorf und Börnsen in den Mittelpunkt. In den kommenden Monaten sind zwei Ausstellungen geplant – eine zum Internationalen Museumstag in Zusammenarbeit mit dem Elbschifffahrtsmuseum Lauenburg, die andere mit historischen Fotos zum Thema „800 Jahren Wentorf“ bei der Wentorfer Kulturwoche. „Außerdem steht der Umzug des Archivs im Amt Hohe Elbgeest in die neuen Räume im umgebauten REWE-Markt in bevor. Das wird eine Mammutaufgabe.“ Trotz des großen Arbeitseinsatzes sei es nicht möglich, Praktikanten zu beschäftigen, weil die Archivarin zwischen den verschiedenen Standorten pendelt. Außerdem steht kein ausreichender Arbeitsplatz für eine Hilfe zur Verfügung.

Dr. Anke Mührenberg freut sich aber über ständig wachsendes Interesse. / Foto: Nowacki

Archivarin auf Tour

Dr. Anke Mührenberg bittet darum, aus organisatorischen Gründen vor dem Besuch eines der Archive mit ihr Kontakt aufzunehmen (anke.muehrenberq@schwarzenbek.de) und das Interessengebiets oder Forschungsvorhaben zu nennen, damit sie die nötigen Materialien bereitstellen kann. Sie ist vor Ort anzutreffen

  • montags von 14 bis 17 Uhr in Lauenburg/Elbe,
  • dienstags von 10 bis 12 Uhr in Wentorf,
  • mittwochs von 10 bis 12 Uhr in Schwarzenbek.
  • Im Amt Hohe Elbgeest können bis zum Umzug des Amtsarchivs keine Benutzer betreut werden, schriftlich gestellte Anfragen werden aber beantwortet.

Susanne Nowacki