Bukowskis vertonte Gedichte

Peter Lohmeyer (stehend) und der Club der toten Dichter um Reinhardt Repke (2. V. re.) präsentieren „Charles Bukowski - neu vertont“. / Foto: Oliver Betke

Charles Bukowski: Er galt als dirty old man und fand doch Poesie, wo kein anderer sie suchte. Wie seine Gedichte vertont klingen, ist am 15. Mai im kleinen Theater Schillerstraße (kTS) in Geesthacht zu hören.

Geesthacht  – Seine Sprache war wie sein Leben: hart und dreckig. Trotzdem oder deshalb machte sich der Outsider oder „Dichter der Straße“, wie ihn manche nannten, mit seiner Lyrik und Prosa in mehr als 40 Büchern bekannt. Der in Deutschland geborene amerikanische Schriftsteller Charles Bukowski (1920 -1994) ist die fünfte Zielperson im „Club der toten Dichter“ – ein Projekt, in dem die Lyrik berühmter Autoren ohne Scheu neu vertont werden.

Peter Lohmeyer (stehend) und der Club der toten Dichter um Reinhardt Repke (2. V. re.) präsentieren „Charles Bukowski – neu vertont“. / Foto: Oliver Betke

Den musikalisch inszenierten Bukowski stellen der Schauspieler Peter Lohmeyer als Gastsänger, Tim Lorenz am Schlagzeug, Andreas Sperling an den Keyboards, Markus Runzheimer am Bass und Clubgründer Reinhardt Repke vor – letzterer spielt Gitarre und singt selbst einige Songs. Die deutschen Übersetzungen der Gedichte stammen von Carl Weissner, der mit Bukowski befreundet war. Das Konzert im kTS, Schillerstraße 33, beginnt um 20.00 Uhr. Der Eintritt kostet 26,40 Euro. Karten sind im Vorverkauf online unter www.kts-geesthacht.de, direkt an der Theaterkasse in der Schillerstraße oder bei Zigarren Fries in der Bergedorfer Straße erhältlich.

2005 hatte Reinhardt Repke, der Bassist der Deutschrockband „Rockhaus“, den „Club der toten Dichter“ ins Leben gerufen. In diesem Projekt vertont er mit speziell zusammengesetzten Bands und Gastsängern die Gedichte weltbekannter Poeten. Bukowski ist nach Heinrich Heine, Wilhelm Busch, Rainer Maria Rilke und Friedrich Schiller der fünfte Dichter, den Repke damit in die Gegenwart zieht. Mehrere hundert Auftritte deutschlandweit hat der Club schon absolviert, zu jedem Dichter spielt er eine CD ein. Repkes Idee (www.club-der-toten-dichter.de) und Umsetzung scheinen beim Publikum einen Nerv zu treffen. Die Konzerte sind meist ausverkauft, auch mit Bukowski erntete der Club Standing Ovations.

Peter Lohmeyer ist den ersten begeisterten Rezensionen zufolge ein kongenialer Textinterpret zu einer faszinierenden musikalischen Übersetzung von Bukowskis Gedichten. Mit seiner Stimme finde er die „Schönheit, die der Melancholie innewohnt. Den Blick Bukowskis in die Berge Hollywoods ‚zu den ´reichen Hengsten und ihren Stuten’, verwandelt er in perfektes Kopfkino“, loben die Kritiker. Er geht mit dem Dichter, der elf Jahre bei der Post als Briefsortierer malochte, auf die „Suche nach der letzten Wahrheit, die man nie zu fassen bekommt“.

Das Publikum darf sich freuen auf Bukowskis „piefige Nörgler, während Buddha schmunzelnd in der Ecke sitzt. Oder die Pferderennbahn, wo er soviel Geld ließ. Auf die Frauen und ihre Hüften, ihre Hintern. Über einen Jungen, der ihm klar macht, dass der bloße Anblick des Meeres nicht schön ist“. Bukowski selbst befand: „Beobachtung in die Tat umgesetzt, ist die Essenz der Kunst.“ Seine Wortwahl mag vor Jahrzehnten anrüchig oder abstoßend gewirkt haben. In der heutigen Zeit, befindet Repke, „lenken sie nicht mehr ab und geben so den Blick frei auf einen genialen Dichter“.